Vorbereitungs-Info

Merkblatt zum Wanderreiten/pferdegestützten Coaching

Kleidung:

- bequeme, stabile Trekking-, Wanderschuhe
- lange, bequeme  Hosen
- Helm
- Regenschutz auch für die Beine
- warme Kleidung
- Handschuhe- erfahrene Reiter/innen bringen  eine Gerte mit

Essen/Trinken:

- eine Kleinigkeit für die Satteltaschen (bitte kein Glas)

Bei Mehrtagestouren:

- Pyjama
- Toilettensachen
- Schlafsack nach Absprache – wir übernachten meistens  im  gemütlichen Gasthof
- evtl. Medikamente (Apotheke)
- Ersatzkleidung

 

Ein paar Gedanken zum Pferd:

Wir nähern uns dem Pferd, wenn immer möglich, von vorne.
Wir machen uns vor dem Anfassen/Berühren bemerkbar.
Wir bewegen uns ruhig.

Beim Einfangen legen wir erst den Strick um den Hals und ziehen erst dann das Halfter über den Kopf (das Halfter soll gut sitzen).

Wir binden den Strick auf Kopfhöhe an (damit das Pferd nicht mit den Beinen in den Strick treten kann) oder wir bitten jemanden das Pferd für uns zu halten.

Müssen wir hinter dem Pferd durch gehen, dann halten wir mit einer Hand Kontakt auf der Kruppe (Hinterteil) und gehen dabei so nahe wie möglich um das Pferd herum- sollte das Pferd wieder erwarten ausschlagen, haben wir so evtl. einen blauen Fleck, stehen wir weiter hinter dem Pferd trifft es uns mit Schwung.

Das Füttern von Hand fördert den Betteltrieb. Deshalb unterlassen wir dies und achten uns auch darauf, dass die Pferde nicht an unseren Taschen oder Händen knabbern. Auch ein liebevoller Freundschaftsbiss tut sehr weh.

Müssen wir das Pferd zur Ordnung mahnen, geben wir einen Ruck am Strick, begleitet von einem bestimmten „Nein“.

Zum Putzen:

Ganz wichtig ist die Sauberkeit von Gurt- und Sattellage, plus die Kontrolle der Sattelunterlage (kleinste Schmutzreste können das Pferd wundscheuern).

 

Wir putzen in Fellrichtung. Das Pferd geniesst die Massage und lernt dich kennen.

 

Pferde führen:

Wir fordern das Pferd mit einmal Schnalzen auf uns zu folgen (bitte kein Dauerschnalzen)
Der Strick ist lang, das Pferd soll uns freiwillig folgen, wir ziehen es nicht hinter uns her (außerdem sind so unsere Füsse vor ihnen in Sicherheit)
Auch im Gelände soll der Strick lang sein – das Pferd muss seinen freien Kopf haben und sehen wo es hintritt.

 

Umgang:

Beim Aufsteigen achten wir darauf, dass wir höher als das Pferd stehen, dabei nutzen wir jeden cm,den wir durch natürliche Höhe gewinnen (Baumstamm, am Hang etc.).

Wir bitten jemanden auf der anderen Seite den Steigbügel gegenzuhalten.
Mit Schwung steigen wir aufs Pferd und setzen uns vorsichtig in den Sattel.
Wir können neben- und hintereinander reiten.
Beim Hintereinander reiten, halten wir mindestens eine Pferdelänge Abstand.
Bergab führen wir das Pferd, um seine Vorderbeine zu schonen.

Die Bügel werden über den Sattel gelegt oder anderweitig befestigt, damit sie den Tieren nicht dauernd gegen die Beine und den Bauch schlagen.

 

Wir führen die Pferde am Strick. Der Zügel wird am Sattel fixiert


Ankunft am Zielort:

Zuerst werden die Pferde versorgt.
Wurde beim Satteln erst der Sattel und dann der Zaum befestigt, ist es beim Absatteln genau umgekehrt:

Erst kommt der Zaum weg, dann der Sattel (wir vermeiden die Gefahr des hineintretens in den Zügel).
Das Pferdegeschirr wird weltweit von links geöffnet und geschlossen/gegurtet.
Das Zaumzeug wird an einem sicheren Ort deponiert (es darf nicht zu Boden fallen, die Trense liegt im Maul des Pferdes, bekommt Sie Ecken und Kanten, kann das Pferd sich verletzen)

Der Sattel wird so aufgehängt, dass die Seite die auf

den Pferderücken kommt sauber bleibt.

Die Pferde dürfen auf die Weide:

Wir achten immer darauf, dass alle Teilnehmer fertig mit absatteln sind – es ist nicht das Ziel erster zu sein – wir reisen als Team – sei es beim Losreiten, sei es beim Ankommen, das Ziel ist erst erreicht, wenn alle Teilnehmer fertig sind.

Wir warten auf einander, das Trennen der Pferde kann Unruhe in die Gruppe bringen.
Wir kommen zur Weide – alle Pferde sind in der Koppel – das Tor wird geschlossen.
Wir stehen mit dem Rücken zum Zaun/Tor – die Pferde stehen uns mit dem Kopf gegenüber – wir lassen die Pferde ohne Halfter gemeinsam los. So haben wir die Möglichkeit einen Schritt zurück zu treten,wenn das Pferd sich dreht und davon galoppiert.

Diese Liste ist mit Sicherheit nicht komplett -  Sie soll einen kleinen Einblick in den Umgang mit unseren vierbeinigen Kameraden geben. Jeder Stall hat seine Gewichtungen. Ich habe mit diesen “Regeln” gute Erfahrungen gemacht und bin froh wenn sich alle Teilnehmer/innen so gut als möglich daran halten. Es ist wie überall, es gilt auch hier: Die Ausnahme bestätigt die Regel.

Natürlich erkläre ich alles auch gerne Vorort. Ich denke jedoch es ist gut sich schon im Vorfeld ein wenig mit der Handhabung und Führung der Pferde zu beschäftigen.

Geschrieben von admin am 5. März 2012 | Abgelegt unter Allgemein | Kommentare deaktiviert

Mein Vorbild: Martin Plewa

Zum Thema Umgang mit Pferden von Martin Plewa – Reitmeister, Ausbildner für Berufsreiter und Leiter der westfälischen Reitschule Münster
“Zur Natur des Pferdes!” (Martin Plewa, Münster 2011)

“Nicht selten werden dem Pferd menschliche Denkmuster, Charakterhaltungen oder Verhaltensweisen unterstellt.

Tanzt einem das Pferd mal wieder auf dem Kopf herum, wird schnell vermutet, das Pferd wolle einen ärgern oder „linken“. Schnell ein Leckerli, damit es aus Dankbarkeit seine Unarten einstellt. Nein, das Pferd hat keine Charakterzüge wie Hinterhältigkeit oder Korrumpierbarkeit, solche Schwächen sind der menschlichen Natur vorbehalten.

Wir dürfen das Pferd nicht vermenschlichen, wenn schon, dann müssen wir Menschen uns „verpferdlichen“.

Nur die wenigsten Pferdefreunde haben die Chance, so wie wir, die wir beruflich mit dem Pferd befasst sind, sich jahrelang den ganzen Tag umfassend mit den jeweiligen Pferdeindividuen auseinander zu setzen. Nur wenige der heutigen Pferdebesitzer und – Halter, aber auch nur wenige unserer reiterlich aktiven Amateure sind in Pferdefamilien groß geworden und haben Pferdeverstand quasi mit der Muttermilch aufgesogen.

Millionen von Pferdefreunden bleiben wichtige Kenntnisse über Verhaltensweisen des Pferdes, über Anforderungen in Umgang und Haltung, über Erfordernisse an reiterlichem Einfühlungsvermögen versagt, woraus oft genug gravierende Probleme im Miteinander von Pferd und Mensch entstehen. Nicht selten sind dann vermeintliche hippologische Heilsbringer die erhoffte, wenn auch meist überteuert erkaufte Rettung.

Die Tatsache, dass solche „Gurus“ überhaupt Zulauf haben, aber auch die Tatsache, dass geradezu absurde Trainingsmethoden heutzutage als „neue, moderne“ Ausbildungswege deklariert und nahezu kritiklos nachgemacht werden, muss uns zu denken geben. Es werden heutzutage Sachverhalte in Frage gestellt, die sich seit Jahrzehnten, wenn nicht gar seit Jahrhunderten, im Umgang und in der Ausbildung mit Pferden bewährt haben. Was in Frage gestellt wird, wird meist sehr öffentlichkeitswirksam, noch mehr kommerziell wirksam durch eigene exotische Methoden und Verfahren ersetzt, die natürlich auch die Anschaffung ganz besonderer Peitschen, Leinen, Ketten oder Bücher und sonstiger Medien erfordern. Die im Frühjahr stattfindende Equitana wird uns hierzu wieder zahlreiche Beispiele liefern.
Als Beobachter „alternativer Heilsbringer“, die ihre vermeintlich neuen Lehren mit geradezu missionarischem Sendungsbewußtsein, aber auch kommerziellem Geschick vertreten (wobei sich missionarisch und kommerziell eigentlich ausschließen müssten),
muss ich mich fragen: haben denn die Erfahrungen sogenannter „alter Pferdeleute“, wie die z. B. meines Vaters, der aus einer über Generationen nachzuvollziehenden Pferdefamilie stammte, nichts getaugt? Haben sie mich den falschen Umgang mit dem Pferd gelehrt, wurde die falsche Reitlehre vermittelt? Wohl kaum; denn ich kann mich nicht erinnern, dass wir auch nur mit einem einzigen unserer Pferde irgendein Problem im Umgang gehabt hätten. Ein Monty Roberts war entbehrlich zu einer Zeit, als jeder Vater seinen Kindern den sachgemäßen Umgang mit dem Pferd als einen wesentlichen Teil seiner alltäglichen Erziehung mitgegeben hat.

Ich frage mich auch angesichts vermeintlich neuer Ausbildungsmethoden: Hat die HDV – gemäße Reitausbildung uns und unsere Pferde etwas in die falsche Richtung geformt? Ich meine: nein! Die größten Meister, die ich als Reitschüler oder als Trainer – bzw. Ausbilderkollege erleben durfte, haben alle die gleichen hippologischen Wurzeln gehabt, nämlich die der sogenannten “klassischen Reitlehre“ mit der Skala der Ausbildung in exakt der gleichen Formulierung, wie sie heute noch in den Richtlinien steht. Nach diesen Grundsätzen sind Pferde unter Reitern ausgebildet worden, die als Reiter und später als Ausbilder zu den bedeutendsten Vertreter dieser klassischen Reitauffassung gehörten.

Diese Generation hat exakt dieselben Reitauffassungen in die Nachkriegszeit hinüber gerettet. Sie haben die Grundlage geschaffen für den heutigen Standard deutscher Reitkultur. Ihrem Wirken entspringen die Leistungen von Reiterlegenden wie Winkler, Klimke, Ligges oder Boldt und vielen anderen Tausenden von Meisterreitern und Ausbildern, zu denen auch die Gebrüder Stecken gehören, die weltweit als Vorbilder deutschen Reitwesens gelten. Die von diesen Reiterinnen und Reitern, von diesen Ausbildern vertretene Lehre könnte schon allein deshalb als „klassisch“ bezeichnet werden, weil sie weltweit einfach die meisten und bedeutendsten Lehrmeister und Meister im Sattel hervor gebracht hat.

Worin liegen oder lagen die Gründe für diesen Erfolg und die Nachhaltigkeit dieses Erfolges? Ich vermute, es ist u.a. damit zu begründen, dass diese Generationen von Pferdeleuten das Privileg genossen haben, Pferde stets in ihrem natürlichen Bewegungsumfeld kennen gelernt und unter artgerechten, den natürlichen Bedürfnissen des Pferdes angepassten Bedingungen erlebt zu haben. Sie haben die naturgegebenen Verhaltensweisen und Lebensbedürfnisse des Pferdes von Anfang an erfahren und konnten daher in jeder Hinsicht der Natur des Pferdes gerecht werden und dementsprechend handeln.

In der Nutzung des Pferdes war man auf die Gesunderhaltung und eine hohe Lebenserwartung besonders angewiesen.

Die Ausbildung hat die wesentlichen Grundlagen gelegt für eine vielseitige Verwendungsmöglichkeit des Pferdes im manchmal ganztägigen Einsatz bei langjähriger Nutzungsdauer. Daher standen als erste Ausbildungsziele die Balancefindung unter dem Reiter, die Kräftigung und Abhärtung im Vordergrund, nicht das Erlernen von Lektionen oder gar Präsentieren spektakulärer Bewegungen. Mit dieser Ausbildungsphilosophie bin ich noch aufgewachsen, habe die ersten Longenstunden und Reitstunden, überwiegend im Gelände, auf einem Pferd bekommen, das je nach landwirtschaftlichen Erfordernissen viele Stunden am Tag im Einsatz war..

Zu vielen Reitstunden, wie z. B. bei Erich Philipp, mussten wir 20 km hin und 20 km zurück durchs Gelände reiten. Auch die Wege zu den wenigen Turnieren wurden auf dem Pferderücken zurückgelegt. Es gab ja keine Hänger, Transporter, keine ziehenden Fahrzeuge. Es gab aber auch keine Fachtierärzte für Pferde, erst recht keine Pferdeklinik. Sie wären zur damaligen Zeit auch nicht existenzfähig gewesen.

In unserer heutigen Zeit, in der der Daseinszweck des Pferdes fast nur noch darin besteht, uns in unserer meist knappen Freizeit zu erfreuen bzw. zur Befriedigung unseres aktuellen sportlichen Ehrgeizes beizutragen, laufen wir schnell Gefahr, es als zeitweise genutztes Freizeitsport – oder Leistungssportgerät zu betrachten und unsere Konzentration nur noch auf die kurze Zeitspanne des Gebrauchs zu lenken, statt die eigentlichen Lebens – und Verhaltensbedürfnisse über alle Tagesstunden eines jeden Wochentages zu berücksichtigen.

Der Natur des Pferdes entspricht nicht die höchstens einstündige Nutzung unter dem Sattel; die Natur des Pferde erfordert manchmal auch deutlich mehr Zeit, als wir uns den Pferden üblicherweise widmen können, aber auch vielmehr Raum, als es viele Reitanlagen und Betriebe in unserem stark besiedelten Lebensraum zulassen. Auch wenn manchmal viele Kompromisse erforderlich sind: an der Natur des Pferdes haben wir uns dennoch in unserem täglichen Schaffen zu orientieren, und dies nicht nur, weil es so in den uns selbst auferlegten „Ethischen Grundsätzen des Pferdefreundes“ geschrieben steht, sondern allein deshalb, weil ihre Berücksichtigung erst den sachgemäßen, gesicherten Umgang und die erfolgreiche harmonische Ausbildung ermöglicht.

Worin ist nun die Natur des Pferdes begründet, wie kann ich sie im täglichen Umgang, in der Haltung oder in der Ausbildung berücksichtigen? Zur Antwort auf diese grundsätzliche Frage eine Aussage vorab:
Trotz aller Domestizierung über Jahrtausende, trotz unterschiedlichster Nutzung durch den Menschen, trotz intensivster, gezielter züchterischer Selektion gilt nach wie vor:
Das Pferd ist von seiner Natur her mit all seinen Wesensmerkmalen ein Steppentier, ein Lauftier, ein Fluchttier, ein Herdentier, um nur einige biologisch – ethologische Begriffe der Spezies Pferd zuzuordnen. Wenn wir in unseren Breiten, aber auch bei unserer Nutzung des Pferdes es nicht wie ein Steppen -, Flucht – oder Herdentier halten können, müsste konsequenterweise die züchterische Beeinflussung das Pferd so verändern, dass es die Eigenschaften eines Käfigtieres einnimmt, wenn wir es denn tier- und artgerecht so halten wollen, wie wir es heute oft genug tun. Aber die Zucht selektiert zur Verbesserung der Reiteigenschaften, besserer Bewegungen, Rittigkeit oder besserer Springveranlagung. Noch kein Zuchtverband ist aber z. B. auf die Idee gekommen, Pferde mit besonders großen Mägen zu züchten, um sie nur noch einmal in der Woche füttern zu müssen.

Daraus folgt: solange Pferde so sind, wie sie von Natur aus sind, müssen wir sie halten und mit ihnen umgehen, wie sie sind. Das Pferd hat z. B. als Fluchttier ein extrem feines Gehör, weshalb man manche akustische Stimmungsmache auf großen Hallenturnieren fast als Tierquälerei empfinden muss. Auch das Anschreien eines Pferdes, wenn wir meinen, es dadurch disziplinieren zu müssen, entlarvt nur unser mangelndes Wissen über die Natur des Pferdes. Der Leithengst ist kein Brüllaffe. Gebrüll empfindet das Pferd als Gefahrensituation, nicht als Situation, in der es sich einem ranghöheren Lebewesen anvertrauen mag, um mehr Sicherheit zu genießen. Das Sehverhalten eines Pferdes ist nach wie vor auf Steppen – bzw. Fluchtsituationen ausgelegt.
Das Pferd hat fast Rundumsicht und kann Bewegungen wesentlich differenzierter wahrnehmen als der Mensch. Dies müssen wir einfach berücksichtigen, wenn ein Pferd sich erschrickt, auch wenn wir den Grund dafür selbst nicht realisiert haben. Das Pferd hat auch eine sehr empfindliche Wahrnehmung auf der Haut. Es nimmt jede Fliege auf dem Fell wahr, zuckt dort mit der Haut oder schlägt mit dem Schweif, um das Insekt zu vertreiben. Dies muss allen zu denken geben, die mit scharfen Sporen oder heftigem Schenkeleinsatz das Pferd malträtieren. Stumpf oder gar „tot am Schenkel“ ist ein Pferd nicht von Natur aus, es wurde dazu gemacht! Außer bei den Sinnesorganen entspricht auch die sonstige Anatomie und Physiologie des Pferdes noch ganz der eines Steppentieres.
So verfügt das Pferd über einen empfindlichen, hoch entwickelten Atmungsapparat, dem man nicht nur durch entsprechende Haltung Rechnung tragen muss, sondern auch durch entsprechendes Training. Wenn Pferde nicht mehr frei und auch in höherem Tempo galoppieren dürfen, können die Atmungsorgane nicht mehr ausreichend ventiliert werden.
Ständiges Dressurreiten in gedrosseltem Tempo ohne freie Galopps auf der Weide oder unter dem Sattel, ist daher Degenerationstraining für die Lungen. Das Verhalten von Fohlen und Jungtieren auf großen Weiden zeigt uns deutlich, wie durch einen Wechsel von ruhiger Bewegung zu flotten Galopps die Natur dafür sorgt, dass der Atmungs- , aber auch der Bewegungsapparat ständig trainiert und damit gesund erhalten wird. Auch hinsichtlich des Bewegungsapparates stellt das Pferd von seiner Natur her die Anforderungen eines Dauerlauftieres. In freier Umgebung würde sich das Pferd fast ständig in Bewegung befinden, meist im ruhigen Schritt, evtl. unterbrochen von schnellen Galopps als Training für die Fluchtsituation (der Trab ist eher die Erholungsgangart, das gilt übrigens auch für das sportliche Training).
Wenn nun ein Halter oder Reiter sich nun damit brüstet, sein Pferd täglich zu bewegen, weil er es ja jeweils eines Stunde reitet und natürlich auch keinen Stehtag einlegt, kann er der Natur des Pferdes mit diesem Bewegungsangebot dennoch nicht entsprechen. Es ist nämlich zu unterscheiden zwischen naturgegebenen Bewegungsbedarf und dem individuellen Bewegungsbedürfnis. Das Training kann evtl. einen Teil des Bewegungsbedarfes abdecken, ob es aber dem jeweiligen individuellen Bedürfnis des Pferdes entspricht, in einer Reitstunde 20 Pirouetten zu drehen, 10 Minuten zu piaffieren oder 40 Sprünge zu überwinden, sei sehr dahin gestellt.

Den ausreichenden Bewegungsbedarf und die Befriedigung des Bewegungsbedürfnisses kann ich nur sicher stellen, wenn ich dem Pferd zusätzlich zum Reiten freie, ungezwungene Bewegung (z. B. auf ausreichender Weidefläche) ermögliche.

Die Tatsache, dass die meisten Dressurpferde, aber auch sehr viele Springpferde, aber in selteneren Fällen Fahr- und Vielseitigkeitspferde sich bei Siegerehrungen angeblich nicht mehr ohne Zwangsmittel vorstellen lassen, kann Beleg dafür sein, dass natürliche Bewegungsbedürfnisse des Pferdes nicht mehr ausreichend abgedeckt sind, die dann aber bei der Ehrenrunde im Herdenverband wieder wach werden; unter Musik – und Applausbegleitung wird gleichzeitig der Fluchtinstinkt mit trainiert.
Bekäme jedes Dressur – und Springpferd regelmäßig Gelegenheit zu flotten Galopps unter dem Sattel oder auf der Weide, könnten vielleicht auch Dressurweltmeister und Springderbysieger wieder ungefährlicher ihre Ehrenrunden drehen.
Vor allem bräuchten wir uns die unglaublich unsinnige Argumentation nicht mehr anzuhören, der Schlaufzügel auf dem Abreitplatz oder bei der Siegerehrung diene der Sicherheit. Wenn wir Zwangsmittel einsetzen müssen, um Pferde in bestimmten, von uns gewollten Situationen gefügig zu halten, haben wir unsere reiterliche Bankrotterklärung abgegeben. Sie offenbart insbesondere ein geradezu perverses Verständnis von Dressur als Abrichtung des Pferdes für die Erfüllung bestimmter Aufgaben, ohne auf die eigentlichen Bedürfnisse des Pferdes Rücksicht nehmen zu müssen.

Das Pferd dokumentiert uns in seinem Verhalten, in seinem Gesundheitszustand und in seinen Befindlichkeiten unseren hippologischen Sachverstand.

Die Tatsache, dass die überwiegende Mehrzahl aller Pferdeerkrankungen heutzutage ausgerechnet am Atmungs – und am Bewegungsapparat auftreten, belegt, dass wir meist nur bedingt die Lebensbedürfnisse eines Pferdes in unserer Haltung und Nutzung befriedigen können. Wir haben nun mal keine Steppe mehr vor der Haustür, aber das ist auch keine Ausrede dafür, die Anforderungen an Haltung, Bewegung und Ernährung auf Kosten der Gesundheit und des mentalen Wohlbefinden des Pferde zu ignorieren.

Die Qualität des Miteinander von Mensch und Pferd wird aber auch ganz wesentlich vom Herdenverhalten des Pferdes bestimmt und davon, wie der Mensch damit umgeht. Man könnte salopp sagen: das Pferd ist ein Gesellschaftstier und spätestens dann, wenn wir ein Pferd aus dem Herdenverband herausholen, müssen wir uns als Sozialpartner des Pferdes verstehen und uns auch entsprechend verhalten, natürlich als das dominierende, ranghöhere Lebewesen. Die über das Pferd zu erzielende Dominanz muss aber von Respekt und Vertrauen geprägt sein, nicht von Angst oder Unsicherheit.
Indem sich das Pferd Respekt – und vertrauensvoll unterordnet, gewinnt es an Ruhe und innerer Sicherheit, an der Hand wie unter dem Sattel.

Die Leittierrolle zu übernehmen fällt vielen Menschen schwer, es erfordert Kenntnisse in den Verhaltensweisen des Pferdes und besonders viel Konsequenz. Grobiane, die sich mit einem Pferd anlegen, können es dauerhaft unbrauchbar machen, weil das Pferd im Kampfe schnell merkt, dass es ja doch der Stärkere ist. Pferde haben auch ein hervorragendes Erinnerungsvermögen. Ihre Misshandler vergessen sie ein Leben lang nicht.
Umgekehrt: Eine Chance für uns, durch richtigen Umgang mit seinen Pferden lebenslange Vertrauensverhältnisse zu ihnen aufbauen zu können.
Falsch verstandene Pferdeliebe führt aber auch nicht zum Ziel, weil damit kaum Dominanz zu erzielen ist.
Nicht selten werden dem Pferd menschliche Denkmuster, Charakterhaltungen oder Verhaltensweisen unterstellt. Tanzt einem das Pferd mal wieder auf dem Kopf herum, wird schnell vermutet, das Pferd wolle einen ärgern oder „linken“. Schnell ein Leckerli, damit es aus Dankbarkeit seine Unarten einstellt. Nein, das Pferd hat keine Charakterzüge wie Hinterhältigkeit oder Korrumpierbarkeit, solche Schwächen sind der menschlichen Natur vorbehalten.

Wir dürfen das Pferd nicht vermenschlichen, wenn schon, dann müssen wir Menschen uns „verpferdlichen“.

Uns wäre dann z. B. schnell klar, weshalb sich kein Pferd durch Reißen am Zügel vertrauensvoll unterordnen lässt, auch nicht beim Führen, selbst wenn man ihm eine Kette durchs Maul zieht. Oder haben Sie schon mal ein ranghöheres Pferd gesehen, dass dem rangniederen auf die Zunge beißt? Wir würden verstehen, weshalb Pferde als Fluchttiere immer unzuverlässiger und skeptischer springen, wenn man die Angst vor einem Sprung mit der Angst vor der Peitsche überwinden will.
Wir wüssten Scheuen richtig einzuschätzen und dem durch mehr Ruhe, aber auch durch mehr Bestimmtheit (bedeutet vertrauensvolle Unterordnung) zu begegnen. Wir könnten innere Unruhe, äußere Merkmale der Unzufriedenheit schon im Ansatz erkennen und wir könnten es ermöglichen, dass es überhaupt keine sogenannten Korrekturpferde mehr gäbe.
Das widersetzliche Pferd zeigt mir nur mein eigenes Unvermögen im Umgang oder beim Reiten auf. Es ist der Spiegel meiner Inkompetenz. Das schwierige Pferd wurde nicht als sogenannter Verbrecher geboren, es wurde vom Menschen dazu gemacht; oft nicht aus Bösartigkeit oder krimineller Energie, sondern aus Unkenntnis über sachgemäßen, naturgerechten Umgang mit dem Pferd.
Dies gilt für jegliche Ausbildung, vom Boden, vom Bock oder vom Sattel aus.
Wir Pferdeausbilder haben es aber gar nicht so schwer uns über artgerechte Ausbildung zu informieren. Wir können, müssen aber nicht alle verfügbaren Bücher lesen oder uns teure Geheimtipps von Gurus erkaufen.
„Richtig reiten reicht“, so hat es mein hippologisches Vorbild und Vorgänger in meinem jetzigen Amt Paul Stecken trefflich auf den Punkt gebracht. Und wie richtig reiten geht, steht in unserer Reitlehre beschrieben, wir müssen uns nur daran halten. Unsere Reitlehre, basierend auf der Skala der Ausbildung, ist kein abstraktes theoretisches Konstrukt, sondern hat sich entwickelt aus Beobachtungen und Erkenntnissen von Pferdefachleuten zur Natur und zu den natürlichen Bewegungen des Pferdes. Nicht nur die Ausbildungsskala, sondern alle gymnastizierenden Übungen lassen sich in ihren Zielsetzungen logisch und nachvollziehbar mit den anatomischen Zusammenhängen erläutern. Sich ergebende Beanspruchungen sind physiologisch erklärbar.
Takt ist u. a. deshalb 1. Punkt der Ausbildungsskala, weil sich ein gesundes, frei laufendes Pferd stets Takt rein bewegt. Unter dem Reiter muss dem Pferd Gelegenheit gegeben werden, sich seinem natürlichen Verhalten entsprechend zu bewegen. Oder anders ausgedrückt: Wer sein Pferd nachhaltig aus dem Takt bringt oder im Takt stört, reitet gegen die Natur des Pferdes.
Ähnlich die Begründung für die Losgelassenheit: Anspannung zeigt ein freies Pferd nur in Angst- und Fluchtsituationen, ggf. in Rangordnungskämpfen, zu denen das Pferd aber nur in kurzen Zeitspannen fähig ist. Nur in Losgelassenheit hält ein Pferd demnach längere Arbeit und Training ohne gesundheitliche und mentale Beeinträchtigungen aus. Nur ein vertrauensvoll sich unterordnendes Pferd kann losgelassen gehen, das zwangsweise Untergeordnete hat Angst und geht damit verspannt. Alle Indizien der Losgelassenheit (Kauen, schwingender Rücken, pendelnder Schweif, das Abschnauben, die Dehnungsbereitschaft) lassen sich mit natürlichen Körperfunktionen erklären.
Gleiches gilt für die Kriterien der Anlehnung. Nimmt z. B. ein Pferd beim Zügel aufnehmen zu Beginn der Stunden den Kopf hoch, zeigt es als Fluchttier damit eine Angstsymptomatik, hier wahrscheinlich die Angst vor den Schmerzen, die eine riegelnde Reiterhand verursacht. Auch alle anderen Anlehnungsphänomene sind funktional begründbar. Angesichts der Rollkurthematik möchte ich noch auf die Bedeutung des Halses als Balancierstange verweisen. Zwangsweises Verbiegen oder Zusammenziehen des Halses entspricht in keiner Weise der Natur des Pferdes. In der Natur würde kein Pferd über längere Zeit solche absurden Halshaltungen einnehmen, da es sich dabei seiner eigenen Balancefähigkeit berauben würde. Was dieses auch mental bedeutet, kann sich jeder Mensch deutlich machen, wenn er selbst körperliche Arbeit in Zwangshaltungen ausführen müsste.
Zurück zur Ausbildungsskala: Warum brauchen wir Schwung und Schubkraft? Sie sind Voraussetzung dafür, dass dem Pferd das Tragen des Reitergewichtes im Rücken erleichtert wird. Geraderichtung bedeutet gleichmäßige Gymnastizierung beider Körperhälften, eine zwingende Voraussetzung zur Gesunderhaltung.
Den Begriff Versammlung kann man auch mit Balancierfähigkeit übersetzen. Das Steppen – ,Lauf – und Fluchttier Pferd benötigt aber extreme Versammlung in der Natur nur sehr selten und nur in sehr kurzen Zeitabschnitten, weshalb die Muskulatur für Versammlung zu Dauerbelastungen nicht geeignet ist. Übertriebenes Piaffieren, Passagieren oder Pirouetten drehen macht Pferde daher schnell in den Muskeln sauer; ihnen bleibt nichts anderes übrig, als bei Überforderung mit negativer Anspannung die geforderten ungesunden Bewegungen auszuführen. Mit diesen Basiskenntnissen zu funktionaler Anatomie wird mir die Freude an manchen Kürprüfungen im Grand Prix – Bereich genommen, in denen je nach Talent mache Pferde immer länger schweisstreibend auf der Stelle tanzen müssen. Nun ja: den trocknenden Schnellgalopp können sie bei Bedarf ja in der Ehrenrunde nachholen, quasi als Ersatzbefriedigung für entgangene Vorwärtsbewegung.
Provozierende Aussagen wie diese überzeichnen bewusst, sie sollen aber um so deutlicher machen, dass wir bei aller Euphorie für unseren Sport, bei allem Enthusiasmus für den Umgang mit dem Pferd stets unserer Verantwortung bewusst sind für die artgerechte Haltung eines Lebewesens, das wir zum Haustier gemacht haben, obwohl es noch Naturmerkmale eines Wildtieres in sich trägt.
Vielleicht können wir hierin auch eine große Chance für unsere weitere berufliche Tätigkeit sehen, indem wir unser ganzes Tun und Handeln stets mit den Anforderungen begründen, die uns die Natur des Pferdes stellt.

Wenn wir dies unseren Kunden vermitteln, werden wir die Kundschaft auch zufrieden stellen, denn wohl jedem Pferdebesitzer liegt das Wohlbefinden seines eigenen Pferdes ganz besonders am Herzen, ein Wohlbefinden, das wir mit dem Eingehen auf die natürlichen Bedürfnisse des Pferdes in besonderer Weise zu erreichen versuchen.

Das Pferdeburnout – vom Tragen erschöpft. Von Katja Eisenring.
03/09/2015 Medizin, Reportagen

„Trageerschöpfung“ ist ein Gespenst, das einem im Therapie und Trainingsalltag aus vielen Boxen, Offenställen, Weiden und Reithallen entgegen weht. Im Zeitalter der Rollkurdiskussion führt der Begriff „Trageerschöpfung“ leider ein Schattendasein. Das Grundproblem beschreibt der Begriff selbst eigentlich schon ganz plastisch. Die Muskulatur ist in ihrer Leistungsfähigkeit und Funktionalität erschöpft. Sie wird durch länger andauerndes Überlasten, nicht erkannter Schmerzen, mangelnder Ausrüstung, zu wenig an die Versammlung heranführendes, gymnastizierendes Training an falschen Orten aufgebaut (z.B. Unterhals, kompensatorische Kruppmuskulatur, kurze Genickmuskulatur) und bei den am Tragen beteiligten Strukturen (Oberhals, Hanke/Kruppe, Bauch) fehlt sie. Da die Muskeln für die Stabilisierung der Gelenke, die Koordination der Bewegung und schlussendlich für das Tragen eines Menschen zuständig sind, ist es nur logisch, dass bei ungenügender und/oder kompensatorischer Bemuskelung Strukturen wie die Wirbelsäule, Sehnen, Bänder und Gelenke Schaden nehmen. Ein trageerschöpftes Pferd zeigt dies einer erfahrenen Person bereits anhand von Gebäudemerkmalen und Verhalten. Z.B.:

– Einbuchtungen hinter dem Widerrist in der Sattellage

– ein abgesackter Brustkorb

– aufgewölbte Lendenwirbelsäule ähnlich eines Karpfenrückens

– „Loch“ beim Sacrum (Kreuzbein)

– unterhalb vom Brustkorb ist auf beiden Seiten ein harter Strang zu erfühlen, die verspannte Bauchmuskulatur; das Pferd wird auffällig „kitzelig“

– verstärkte Muskulatur an der Vorhand, diese trägt mehr Last

– atrophierte Kruppmuskulatur v.a. Glutaeus und Semitendinosus, sie ist häufig total verhärtet

– die Pferde klemmen im Widerrist und können sich nicht mehr fallen lassen

– die Schultermuskulatur ist fest, der Unterhals gut trainiert

– das Pferd vermeidet schmerzvolles Dehnen und Biegen, was zu Unstimmigkeiten mit dem Reiter führt

– apathisches Stehen in der Box, häufig in sich gekehrter Blick

– dazu können Verspannung und Blockaden in Genick, Kiefergelenk und Zungenbein kommen, was sich z.B. auch in nur einseitigen Zahnkanten äußern kann.

(Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, kann aber vielleicht etwas weiterhelfen und Denkanstösse geben.)

Die Entstehung einer solchen Trageerschöpfung ist ein schleichender Prozess, der aber schneller vonstattengeht, als man es beim ursprünglich nicht für’s Tragen konzipierten, auf vier Beinen stehenden, 300 – 800kg schweren, robust wirkenden Fluchttier Pferd annehmen würde. Im Therapie- und Trainingsalltag werden aus jeder Sparte trageerschöpfte Pferde vorstellig. Für Muskeln, die etwas leisten sollen und das müssen die Muskeln unsere Pferde, da wir sie schlicht und ergreifend reiten – muss man etwas tun und zwar das Richtige zur richtigen Zeit, in der richtigen Intensität. Die Symptome einer Trageerschöpfung geht man am besten zuerst mit Therapie an. Erstes Ziel muss sein, die Verspannungen und Blockaden zu lösen und Schmerzfreiheit herzustellen. Dies muss immer der erste Schritt sein, da gesunde Muskulatur nur durch Schmerzfreiheit entstehen kann. In meiner langjährigen Praxis hat es sich sehr bewährt, die Therapie bald mit angepasstem Training vom Boden aus zu kombinieren und den Besitzer dabei mit einzubeziehen. Ist das Pferd dann verspannungs- und schmerzfrei und hat die ersten „richtigen“ Muskeln aufgebaut, wird das Trainingsrepertoire auf’s Reiten ausgeweitet. Das Wiederherstellen des muskulären (und meist auch seelischen) Gleichgewichts und das Üben gesunderhaltender Bewegungsabläufe dauert und benötigt Geduld. Doch wird man dann auch reich belohnt. Das Pferd wird schöner, stärker, freudiger und verletzungsresistenter – übrigens auch, wenn noch keine Trageerschöpfung vorliegt.

Text: Katja Eisenring

Geschrieben von admin am 16. April 2015 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

Wissenswert

Zum Thema Umgang mit Pferden von Martin Plewa – Reitmeister, Ausbildner für Berufsreiter und Leiter der westfälischen Reitschule Münster
“Zur Natur des Pferdes!” (Martin Plewa, Münster 2011)

“Nicht selten werden dem Pferd menschliche Denkmuster, Charakterhaltungen oder Verhaltensweisen unterstellt. Tanzt einem das Pferd mal wieder auf dem Kopf herum, wird schnell vermutet, das Pferd wolle einen ärgern oder „linken“. Schnell ein Leckerli, damit es aus Dankbarkeit seine Unarten einstellt. Nein, das Pferd hat keine Charakterzüge wie Hinterhältigkeit oder Korrumpierbarkeit, solche Schwächen sind der menschlichen Natur vorbehalten.

Wir dürfen das Pferd nicht vermenschlichen, wenn schon, dann müssen wir Menschen uns „verpferdlichen“.

Nur die wenigsten Pferdefreunde haben die Chance, so wie wir, die wir beruflich mit dem Pferd befasst sind, sich jahrelang den ganzen Tag umfassend mit den jeweiligen Pferdeindividuen auseinander zu setzen. Nur wenige der heutigen Pferdebesitzer und – Halter, aber auch nur wenige unserer reiterlich aktiven Amateure sind in Pferdefamilien groß geworden und haben Pferdeverstand.

Millionen von Pferdefreunden bleiben wichtige Kenntnisse über Verhaltensweisen des Pferdes, über Anforderungen in Umgang und Haltung, über Erfordernisse an reiterlichem Einfühlungsvermögen versagt, woraus oft genug gravierende Probleme im Miteinander von Pferd und Mensch entstehen. Nicht selten sind dann vermeintliche hippologische Heilsbringer die erhoffte, wenn auch meist überteuert erkaufte Rettung.

Die Tatsache, dass solche „Gurus“ überhaupt Zulauf haben, aber auch die Tatsache, dass geradezu absurde Trainingsmethoden heutzutage als „neue, moderne“ Ausbildungswege deklariert und nahezu kritiklos nachgemacht werden, muss uns zu denken geben.

Es werden heutzutage Sachverhalte in Frage gestellt, die sich seit Jahrzehnten, wenn nicht gar seit Jahrhunderten, im Umgang und in der Ausbildung mit Pferden bewährt haben. Was in Frage gestellt wird, wird meist sehr öffentlichkeitswirksam, noch mehr kommerziell wirksam durch eigene exotische Methoden und Verfahren ersetzt, die natürlich auch die Anschaffung ganz besonderer Peitschen, Leinen, Ketten oder Bücher und sonstiger Medien erfordern. Die im Frühjahr stattfindende Equitana wird uns hierzu wieder zahlreiche Beispiele liefern.

Ein Monty Roberts war entbehrlich zu einer Zeit, als jeder Vater seinen Kindern den sachgemäßen Umgang mit dem Pferd als einen wesentlichen Teil seiner alltäglichen Erziehung mitgegeben hat.

Worin liegen oder lagen die Gründe für diesen Erfolg? Ich vermute, es ist u.a. damit zu begründen, dass diese Generationen von Pferdeleuten das Privileg genossen haben, Pferde stets in ihrem natürlichen Bewegungsumfeld kennen gelernt und unter artgerechten, den natürlichen Bedürfnissen des Pferdes angepassten Bedingungen erlebt zu haben. Sie haben die naturgegebenen Verhaltensweisen und Lebensbedürfnisse des Pferdes von Anfang an erfahren und konnten daher in jeder Hinsicht der Natur des Pferdes gerecht werden und dementsprechend handeln.

In der Nutzung des Pferdes war man auf die Gesunderhaltung und eine hohe Lebenserwartung besonders angewiesen.

Die Ausbildung hat die wesentlichen Grundlagen gelegt für eine vielseitige Verwendungsmöglichkeit des Pferdes im manchmal ganztägigen Einsatz bei langjähriger Nutzungsdauer. Daher standen als erste Ausbildungsziele die Balancefindung unter dem Reiter, die Kräftigung und Abhärtung im Vordergrund, nicht das Erlernen von Lektionen oder gar Präsentieren spektakulärer Bewegungen. Mit dieser Ausbildungsphilosophie bin ich noch aufgewachsen, habe die ersten Longenstunden und Reitstunden, überwiegend im Gelände, auf einem Pferd bekommen, das je nach landwirtschaftlichen Erfordernissen viele Stunden am Tag im Einsatz war..
Zu vielen Reitstunden, wie z. B. bei Erich Philipp, mussten wir 20 km hin und 20 km zurück durchs Gelände reiten. Auch die Wege zu den wenigen Turnieren wurden auf dem Pferderücken zurückgelegt. Es gab ja keine Hänger, Transporter, keine ziehenden Fahrzeuge. Es gab aber auch keine Fachtierärzte für Pferde, erst recht keine Pferdeklinik. Sie wären zur damaligen Zeit auch nicht existenzfähig gewesen.
In unserer heutigen Zeit, in der der Daseinszweck des Pferdes fast nur noch darin besteht, uns in unserer meist knappen Freizeit zu erfreuen bzw. zur Befriedigung unseres aktuellen sportlichen Ehrgeizes beizutragen, laufen wir schnell Gefahr, es als zeitweise genutztes Freizeitsport – oder Leistungssportgerät zu betrachten und unsere Konzentration nur noch auf die kurze Zeitspanne des Gebrauchs zu lenken, statt die eigentlichen Lebens – und Verhaltensbedürfnisse über alle Tagesstunden eines jeden Wochentages zu berücksichtigen.
Todtmoos Au
Der Natur des Pferdes entspricht nicht die höchstens einstündige Nutzung unter dem Sattel; die Natur des Pferde erfordert manchmal auch deutlich mehr Zeit, als wir uns den Pferden üblicherweise widmen können, aber auch vielmehr Raum, als es viele Reitanlagen und Betriebe in unserem stark besiedelten Lebensraum zulassen. Auch wenn manchmal viele Kompromisse erforderlich sind: an der Natur des Pferdes haben wir uns dennoch in unserem täglichen Schaffen zu orientieren, und dies nicht nur, weil es so in den uns selbst auferlegten „Ethischen Grundsätzen des Pferdefreundes“ geschrieben steht, sondern allein deshalb, weil ihre Berücksichtigung erst den sachgemäßen, gesicherten Umgang und die erfolgreiche harmonische Ausbildung ermöglicht.
Worin ist nun die Natur des Pferdes begründet, wie kann ich sie im täglichen Umgang, in der Haltung oder in der Ausbildung berücksichtigen? Zur Antwort auf diese grundsätzliche Frage eine Aussage vorab:
Trotz aller Domestizierung über Jahrtausende, trotz unterschiedlichster Nutzung durch den Menschen, trotz intensivster, gezielter züchterischer Selektion gilt nach wie vor:
Das Pferd ist von seiner Natur her mit all seinen Wesensmerkmalen ein Steppentier, ein Lauftier, ein Fluchttier, ein Herdentier, um nur einige biologisch – ethologische Begriffe der Spezies Pferd zuzuordnen. Wenn wir in unseren Breiten, aber auch bei unserer Nutzung des Pferdes es nicht wie ein Steppen -, Flucht – oder Herdentier halten können, müsste konsequenterweise die züchterische Beeinflussung das Pferd so verändern, dass es die Eigenschaften eines Käfigtieres einnimmt, wenn wir es denn tier- und artgerecht so halten wollen, wie wir es heute oft genug tun. Aber die Zucht selektiert zur Verbesserung der Reiteigenschaften, besserer Bewegungen, Rittigkeit oder besserer Springveranlagung. Noch kein Zuchtverband ist aber z. B. auf die Idee gekommen, Pferde mit besonders großen Mägen zu züchten, um sie nur noch einmal in der Woche füttern zu müssen.
Daraus folgt: solange Pferde so sind, wie sie von Natur aus sind, müssen wir sie halten und mit ihnen umgehen, wie sie sind. Das Pferd hat z. B. als Fluchttier ein extrem feines Gehör, weshalb man manche akustische Stimmungsmache auf großen Hallenturnieren fast als Tierquälerei empfinden muss. Auch das Anschreien eines Pferdes, wenn wir meinen, es dadurch disziplinieren zu müssen, entlarvt nur unser mangelndes Wissen über die Natur des Pferdes. Der Leithengst ist kein Brüllaffe. Gebrüll empfindet das Pferd als Gefahrensituation, nicht als Situation, in der es sich einem ranghöheren Lebewesen anvertrauen mag, um mehr Sicherheit zu genießen. Das Sehverhalten eines Pferdes ist nach wie vor auf Steppen – bzw. Fluchtsituationen ausgelegt.
Das Pferd hat fast Rundumsicht und kann Bewegungen wesentlich differenzierter wahrnehmen als der Mensch. Dies müssen wir einfach berücksichtigen, wenn ein Pferd sich erschrickt, auch wenn wir den Grund dafür selbst nicht realisiert haben. Das Pferd hat auch eine sehr empfindliche Wahrnehmung auf der Haut. Es nimmt jede Fliege auf dem Fell wahr, zuckt dort mit der Haut oder schlägt mit dem Schweif, um das Insekt zu vertreiben. Dies muss allen zu denken geben, die mit scharfen Sporen oder heftigem Schenkeleinsatz das Pferd malträtieren. Stumpf oder gar „tot am Schenkel“ ist ein Pferd nicht von Natur aus, es wurde dazu gemacht! Außer bei den Sinnesorganen entspricht auch die sonstige Anatomie und Physiologie des Pferdes noch ganz der eines Steppentieres.
So verfügt das Pferd über einen empfindlichen, hoch entwickelten Atmungsapparat, dem man nicht nur durch entsprechende Haltung Rechnung tragen muss, sondern auch durch entsprechendes Training. Wenn Pferde nicht mehr frei und auch in höherem Tempo galoppieren dürfen, können die Atmungsorgane nicht mehr ausreichend ventiliert werden.
Ständiges Dressurreiten in gedrosseltem Tempo ohne freie Galopps auf der Weide oder unter dem Sattel, ist daher Degenerationstraining für die Lungen. Das Verhalten von Fohlen und Jungtieren auf großen Weiden zeigt uns deutlich, wie durch einen Wechsel von ruhiger Bewegung zu flotten Galopps die Natur dafür sorgt, dass der Atmungs- , aber auch der Bewegungsapparat ständig trainiert und damit gesund erhalten wird. Auch hinsichtlich des Bewegungsapparates stellt das Pferd von seiner Natur her die Anforderungen eines Dauerlauftieres. In freier Umgebung würde sich das Pferd fast ständig in Bewegung befinden, meist im ruhigen Schritt, evtl. unterbrochen von schnellen Galopps als Training für die Fluchtsituation (der Trab ist eher die Erholungsgangart, das gilt übrigens auch für das sportliche Training).
Wenn nun ein Halter oder Reiter sich nun damit brüstet, sein Pferd täglich zu bewegen, weil er es ja jeweils eines Stunde reitet und natürlich auch keinen Steh-Tag einlegt, kann er der Natur des Pferdes mit diesem Bewegungsangebot dennoch nicht entsprechen. Es ist nämlich zu unterscheiden zwischen naturgegebenen Bewegungsbedarf und dem individuellen Bewegungsbedürfnis. Das Training kann evtl. einen Teil des Bewegungsbedarfes abdecken, ob es aber dem jeweiligen individuellen Bedürfnis des Pferdes entspricht, in einer Reitstunde 20 Pirouetten zu drehen, 10 Minuten zu piaffieren oder 40 Sprünge zu überwinden, sei sehr dahin gestellt.

Den ausreichenden Bewegungsbedarf und die Befriedigung des Bewegungsbedürfnisses kann ich nur sicher stellen, wenn ich dem Pferd zusätzlich zum Reiten freie, ungezwungene Bewegung (z. B. auf ausreichender Weidefläche) ermögliche.
Todtmoos Au

Die Tatsache, dass die meisten Dressurpferde, aber auch sehr viele Springpferde, aber in selteneren Fällen Fahr- und Vielseitigkeitspferde sich bei Siegerehrungen angeblich nicht mehr ohne Zwangsmittel vorstellen lassen, kann Beleg dafür sein, dass natürliche Bewegungsbedürfnisse des Pferdes nicht mehr ausreichend abgedeckt sind, die dann aber bei der Ehrenrunde im Herdenverband wieder wach werden; unter Musik – und Applausbegleitung wird gleichzeitig der Fluchtinstinkt mit trainiert.
Bekäme jedes Dressur – und Springpferd regelmäßig Gelegenheit zu flotten Galopps unter dem Sattel oder auf der Weide, könnten vielleicht auch Dressurweltmeister und Springderbysieger wieder ungefährlicher ihre Ehrenrunden drehen.
Vor allem bräuchten wir uns die unglaublich unsinnige Argumentation nicht mehr anzuhören, der Schlaufzügel auf dem Abreitplatz oder bei der Siegerehrung diene der Sicherheit. Wenn wir Zwangsmittel einsetzen müssen, um Pferde in bestimmten, von uns gewollten Situationen gefügig zu halten, haben wir unsere reiterliche Bankrotterklärung abgegeben. Sie offenbart insbesondere ein geradezu perverses Verständnis von Dressur als Abrichtung des Pferdes für die Erfüllung bestimmter Aufgaben, ohne auf die eigentlichen Bedürfnisse des Pferdes Rücksicht nehmen zu müssen.

Das Pferd dokumentiert uns in seinem Verhalten, in seinem Gesundheitszustand und in seinen Befindlichkeiten unseren hippologischen Sachverstand.

Die Tatsache, dass die überwiegende Mehrzahl aller Pferdeerkrankungen heutzutage ausgerechnet am Atmungs – und am Bewegungsapparat auftreten, belegt, dass wir meist nur bedingt die Lebensbedürfnisse eines Pferdes in unserer Haltung und Nutzung befriedigen können. Wir haben nun mal keine Steppe mehr vor der Haustür, aber das ist auch keine Ausrede dafür, die Anforderungen an Haltung, Bewegung und Ernährung auf Kosten der Gesundheit und des mentalen Wohlbefinden des Pferde zu ignorieren.

Die Qualität des Miteinander von Mensch und Pferd wird auch ganz wesentlich vom Herdenverhalten des Pferdes bestimmt und davon, wie der Mensch damit umgeht. Man könnte salopp sagen: das Pferd ist ein Gesellschaftstier und spätestens dann, wenn wir ein Pferd aus dem Herdenverband herausholen, müssen wir uns als Sozialpartner des Pferdes verstehen und uns auch entsprechend verhalten, natürlich als das dominierende, ranghöhere Lebewesen. Die über das Pferd zu erzielende Dominanz muss aber von Respekt und Vertrauen geprägt sein, nicht von Angst oder Unsicherheit. Indem sich das Pferd Respekt – und vertrauensvoll unterordnet, gewinnt es an Ruhe und innerer Sicherheit, an der Hand wie unter dem Sattel.

Die Leittierrolle zu übernehmen fällt vielen Menschen schwer, es erfordert Kenntnisse in den Verhaltensweisen des Pferdes und besonders viel Konsequenz. Grobiane, die sich mit einem Pferd anlegen, können es dauerhaft unbrauchbar machen, weil das Pferd im Kampfe schnell merkt, dass es ja doch der Stärkere ist. Pferde haben auch ein hervorragendes Erinnerungsvermögen. Ihre Misshandler vergessen sie ein Leben lang nicht.
Umgekehrt: Welch eine Chance für uns, durch richtigen Umgang mit seinen Pferden lebenslange Vertrauensverhältnisse zu ihnen aufbauen zu können.

Falsch verstandene Pferdeliebe führt aber auch nicht zum Ziel, weil damit kaum Dominanz zu erzielen ist.

Wir dürfen das Pferd nicht vermenschlichen, wenn schon, dann müssen wir Menschen uns „verpferdlichen“.

Uns wäre dann z. B. schnell klar, weshalb sich kein Pferd durch Reißen am Zügel vertrauensvoll unterordnen lässt, auch nicht beim Führen, selbst wenn man ihm eine Kette durchs Maul zieht. Oder haben Sie schon mal ein ranghöheres Pferd gesehen, dass dem rangniederen auf die Zunge beißt? Wir würden verstehen, weshalb Pferde als Fluchttiere immer unzuverlässiger und skeptischer springen, wenn man die Angst vor einem Sprung mit der Angst vor der Peitsche überwinden will.
Wir wüssten Scheuen richtig einzuschätzen und dem durch mehr Ruhe, aber auch durch mehr Bestimmtheit (bedeutet vertrauensvolle Unterordnung) zu begegnen. Wir könnten innere Unruhe, äußere Merkmale der Unzufriedenheit schon im Ansatz erkennen und wir könnten es ermöglichen, dass es überhaupt keine sogenannten Korrekturpferde mehr gäbe.

Das widersetzliche Pferd zeigt mir nur mein eigenes Unvermögen im Umgang oder beim Reiten auf. Es ist der Spiegel meiner Inkompetenz.

Das schwierige Pferd wurde nicht als sogenannter Verbrecher geboren, es wurde vom Menschen dazu gemacht; oft nicht aus Bösartigkeit oder krimineller Energie, sondern aus Unkenntnis über sachgemäßen, naturgerechten Umgang mit dem Pferd.
Dies gilt für jegliche Ausbildung, vom Boden, vom Bock oder vom Sattel aus.
Wir Pferdeausbilder haben es aber gar nicht so schwer uns über artgerechte Ausbildung zu informieren. Wir können, müssen aber nicht alle verfügbaren Bücher lesen oder uns teure Geheimtipps von Gurus erkaufen.
„Richtig reiten reicht“, so hat es mein hippologisches Vorbild und Vorgänger in meinem jetzigen Amt Paul Stecken trefflich auf den Punkt gebracht. Und wie richtig reiten geht, steht in unserer Reitlehre beschrieben, wir müssen uns nur daran halten. Unsere Reitlehre, basierend auf der Skala der Ausbildung, ist kein abstraktes theoretisches Konstrukt, sondern hat sich entwickelt aus Beobachtungen und Erkenntnissen von Pferdefachleuten zur Natur und zu den natürlichen Bewegungen des Pferdes. Nicht nur die Ausbildungsskala, sondern alle gymnastizierenden Übungen lassen sich in ihren Zielsetzungen logisch und nachvollziehbar mit den anatomischen Zusammenhängen erläutern. Sich ergebende Beanspruchungen sind physiologisch erklärbar.
Takt ist u. a. deshalb 1. Punkt der Ausbildungsskala, weil sich ein gesundes, frei laufendes Pferd stets Takt rein bewegt. Unter dem Reiter muss dem Pferd Gelegenheit gegeben werden, sich seinem natürlichen Verhalten entsprechend zu bewegen. Oder anders ausgedrückt: Wer sein Pferd nachhaltig aus dem Takt bringt oder im Takt stört, reitet gegen die Natur des Pferdes.

Ähnlich die Begründung für die Losgelassenheit: Anspannung zeigt ein freies Pferd nur in Angst- und Fluchtsituationen, ggf. in Rangordnungskämpfen, zu denen das Pferd aber nur in kurzen Zeitspannen fähig ist. Nur in Losgelassenheit hält ein Pferd demnach längere Arbeit und Training ohne gesundheitliche und mentale Beeinträchtigungen aus. Nur ein vertrauensvoll sich unterordnendes Pferd kann losgelassen gehen, das zwangsweise Untergeordnete hat Angst und geht damit verspannt. Alle Indizien der Losgelassenheit (Kauen, schwingender Rücken, pendelnder Schweif, das Abschnauben, die Dehnungsbereitschaft) lassen sich mit natürlichen Körperfunktionen erklären.

Gleiches gilt für die Kriterien der Anlehnung. Nimmt z. B. ein Pferd beim Zügel aufnehmen zu Beginn der Stunden den Kopf hoch, zeigt es als Fluchttier damit eine Angstsymptomatik, hier wahrscheinlich die Angst vor den Schmerzen, die eine riegelnde Reiterhand verursacht. Auch alle anderen Anlehnungsphänomene sind funktional begründbar. Angesichts der Rollkurthematik möchte ich noch auf die Bedeutung des Halses als Balancierstange verweisen. Zwangsweises Verbiegen oder Zusammenziehen des Halses ist ungesund und entspricht in keiner Weise der Natur des Pferdes. In der Natur würde kein Pferd über längere Zeit solche absurden Halshaltungen einnehmen, da es sich dabei seiner eigenen Balancefähigkeit berauben würde. Was dieses auch mental bedeutet, kann sich jeder Mensch deutlich machen, wenn er selbst körperliche Arbeit in Zwangshaltungen ausführen müsste.

Zurück zur Ausbildungsskala: Warum brauchen wir Schwung und Schubkraft? Sie sind Voraussetzung dafür, dass dem Pferd das Tragen des Reitergewichtes im Rücken erleichtert wird. Geraderichtung bedeutet gleichmäßige Gymnastizierung beider Körperhälften, eine zwingende Voraussetzung nicht nur zur Gesunderhaltung.

Den Begriff Versammlung kann man auch mit Balancierfähigkeit übersetzen. Das Steppen – ,Lauf – und Fluchttier Pferd benötigt aber extreme Versammlung in der Natur nur sehr selten und nur in sehr kurzen Zeitabschnitten, weshalb die Muskulatur für Versammlung zu Dauerbelastungen nicht geeignet ist. Übertriebenes Piaffieren, Passagieren oder Pirouetten drehen macht Pferde daher schnell in den Muskeln sauer; ihnen bleibt nichts anderes übrig, als bei Überforderung mit negativer Anspannung die geforderten exaltierten Bewegungen auszuführen. Mit diesen Basiskenntnissen zu funktionaler Anatomie wird mir die Freude an manchen Kürprüfungen im Grand Prix – Bereich genommen, in denen je nach Talent mache Pferde immer länger schweisstreibend auf der Stelle tanzen müssen. Nun ja: den trocknenden Schnellgalopp können sie bei Bedarf ja in der Ehrenrunde nachholen, quasi als Ersatzbefriedigung für entgangene Vorwärtsbewegung.
Provozierende Aussagen wie diese überzeichnen bewusst, sie sollen aber um so deutlicher machen, dass wir bei aller Euphorie für unseren Sport, bei allem Enthusiasmus für den Umgang mit dem Pferd stets unserer Verantwortung bewusst sind für die artgerechte Haltung eines Lebewesens, das wir zum Haustier gemacht haben, obwohl es noch Naturmerkmale eines Wildtieres in sich trägt.

Vielleicht können wir hierin auch eine große Chance für unsere weitere berufliche Tätigkeit sehen, indem wir unser ganzes Tun und Handeln stets mit den Anforderungen begründen, die uns die Natur des Pferdes stellt.

Wenn wir dies unseren Kunden vermitteln, werden wir die Kundschaft auch zufrieden stellen, denn wohl jedem Pferdebesitzer liegt das Wohlbefinden seines eigenen Pferdes ganz besonders am Herzen, ein Wohlbefinden, das wir mit dem Eingehen auf die natürlichen Bedürfnisse des Pferdes in besonderer Weise zu erreichen versuchen.

Henry Ford und Knoblauch

Rund um die Pferdefütterung kursieren viele wohlgemeinte Tipps und Meinungen. Dr. Stefanie Handl hat zehn vermeintliche Fütterungs-Weisheiten auf ihren Wahrheitsgehalt untersucht. Hier das ernüchternde Ergebnis…
 
1. „Heu oder Weide alleine ist zu wenig, man braucht vielfältige Zusätze, um ein Pferd ausgewogen zu ernähren“
Der Markt bietet eine unüberschaubare Menge an Futtermischungen und Supplementen an und suggeriert PferdebesitzerInnen, dass ein Pferd ohne solche Zusätze nicht vollwertig ernährt werden könne. Dabei decken Heu oder Weidegras den Bedarf an fast allen Nährstoffen eines Pferdes im Erhaltungsbedarf und auch bei leichter Arbeit (Freizeitpferd, Schulpferd). Lediglich Natrium ist zu wenig enthalten – lässt sich aber einfach über einen Leckstein ergänzen. Zusätzlich empfehlen wir die Gabe eines Präparates zur Ergänzung von Vitaminen und Spurenelementen. Wird ein Mischfutter („Müsli“) gefüttert, enthält das in der Regel schon alle zusätzlich notwendigen Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente, sodass keine weitere Ergänzung notwendig ist. Bei manchen Nährstoffen (z. B. Vitamin A, Selen) kann eine Überdosierung sogar gefährlich sein!
2. „Hafer macht Pferde verrückt“
„Den sticht der Hafer“ sagt ein altes Sprichwort, wenn ein Pferd allzu übermütig daherkommt. Deswegen ist er bei manchen PferdebesitzerInnen verpönt, stattdessen wird zu anderen Getreidesorten oder haferfreien Müslis gegriffen. Dabei ist Hafer nicht umsonst DAS traditionelle Kraftfutter: Hafer hat von allen Getreidesorten den höchsten Faseranteil, was das Kauen anregt und der Verdauung gut tut. Hafer hat außerdem die am besten verdauliche Stärke und kann deswegen im Ganzen verfüttert werden. Tatsache ist, dass viele Freizeitpferde einfach zu viel Energie gefüttert bekommen und gar kein Kraftfutter bräuchten, da sie ihren Energiebedarf über Heu oder Weide hinreichend decken könnten. Wenn allerdings Kraftfutter, dann ist Hafer immer noch erste Wahl.
3. „Sportpferde brauchen viel Eiweiß für die Muskulatur“
Der Eiweißbedarf eines arbeitenden Pferdes steigt an, da die Muskelmasse zunimmt und der Stoffwechsel vermehrt gefordert wird, außerdem geht Stickstoff über den Schweiß verloren. Allerdings wird der Eiweißbedarf auch eines Hochleistungssportlers über Heu + Kraftfutter sicher gedeckt. Eine zusätzliche Eiweißversorgung ist daher bei erwachsenen Pferden, die nicht zur Zucht genutzt werden, unnötig. Im Gegenteil – eine Überversorgung mit Eiweiß ist dem Leistungsvermögen eher abträglich, weil der Körper den überschüssigen Ammoniak ausscheiden muss.
4. „Pferde erkennen Giftpflanzen instinktiv und meiden sie“
Das stimmt mit Einschränkungen. Viele Giftpflanzen schützen sich nämlich zusätzlich mit bitterem Geschmack vor dem Gefressenwerden. In bestimmten Situationen aber, z. B. bei extremer Futterknappheit, fressen Pferde in ihrer Not auch übel schmeckende, potentiell giftige Pflanzen und Pflanzenteile. Außerdem werden in Gärten und Parks heute viele exotische Blumen und Sträucher gepflanzt, mit denen Pferde keine Erfahrung sammeln konnten.
Auch darf man sich nicht darauf verlassen, dass die Giftwirkung durch das Trocknen des Heus verloren geht – bei einigen besonders gefährlichen Giftpflanzen, wie z. B. der Herbstzeitlose, ist das nicht der Fall. Die einzige Möglichkeit, Pferde sicher vor Giftpflanzen zu schützen, ist die regelmäßige Kontrolle der Weide.
5. „Pferde überfressen sich, wenn sie uneingeschränkt Heu bekommen“
Jedes Lebewesen versucht, seinen Energiehaushalt im Gleichgewicht zu halten und passt sein Futteraufnahmeverhalten entsprechend seinem Bedarf bzw. der verfügbaren Futterqualität an. Vielfältige hormonelle und nervale Regulationsvorgänge sind daran beteiligt. Wird energiearmes Futter (älteres Weidegras, Heu) angeboten, funktionieren diese Regulationsmechanismen bei den meisten Pferden sehr gut. Die Haltung auf der Weide oder mit dauerndem Zugang zu Heu entspricht den physiologischen Bedürfnissen am besten. BesitzerInnen von Ponys und anderen Robustrassen werden hier widersprechen und erklären, dass ihre Pferde selbst auf der Weide zunehmen. Diese Tiere sind offenbar an noch energieärmeres Futter adaptiert, bzw. kommen aus Gegenden, wo sich üppige Vegetation im Sommer mit kargen Wintern (und dadurch Hungerperioden) abgewechselt haben. Bei diesen Tieren sind die internen Regulationsmechanismen mit dem Futterangebot in unseren Breitengraden offenbar überfordert. Bei diesen Pferden – und nur bei diesen – muss das Futterangebot entsprechend limitiert werden.
6. „Wenn Stroh nur als Einstreu verwendet wird, ist die Qualität egal“
Das ist definitiv falsch. Wenn Pferde auf Stroh eingestellt werden, werden sie immer auch davon fressen – die einen mehr, die andern weniger. Vor allem wenn wenig kaufähiges Raufutter (Heu!) zur Verfügung steht, nehmen die Pferde auch verdorbenes Stroh auf, was zu schweren Verdauungsstörungen führen kann. Bei schimmelpilzbefallenem Stroh besteht das Risiko von Mykosen (Besiedelung verschiedener Organe mit Pilzen) oder Mykotoxikosen (Vergiftung mit Schimmelpilzgiften). Schimmelsporen belasten außerdem die Atemwege und können allergische Reaktionen auslösen. Wir raten daher dringend, auch zu Einstreuzwecken nur qualitativ einwandfreies Stroh zu verwenden.
7. „Fohlen sollen möglichst schnell wachsen und brauchen viel Kraftfutter“
Selbstverständlich haben Fohlen einen höheren Energie- und Nährstoffbedarf als ausgewachsene Pferde. Deswegen müssen sie entsprechende Mengen an Kraftfutter und/oder Ergänzungsfutter für Fohlen bekommen. Eine zu intensive Fütterung und daher ein zu schnelles Wachstum sind jedoch unbedingt zu vermeiden, da es zu Entwicklungsstörungen des Skeletts (Osteochondrose) kommen kann.
8. „Silage führt zu Übersäuerung“
Der Körper des Pferdes regelt seinen Säure-Basen-Haushalt innerhalb von engen Grenzen. Verantwortlich dafür sind in erster Linie Lungen und Nieren. Eine längerfristige „Übersäuerung“ kann bei chronischen Erkrankungen auftreten. Der pH-Wert in Blut oder Muskulatur steht allerdings in keinem Zusammenhang zum pH-Wert des Futters. Silage und Heulage (Grassilage mit hohem Trockensubstanzgehalt) sind eine bekömmliche, gut verdauliche Alternative zu Heu, sofern auf einwandfreie Qualität geachtet wird.
9. „Knoblauch ist gesund und wirkt gegen Parasiten“
Wie aktuelle wissenschaftliche Studien bestätigen, kann Knoblauch auch in Mengen, die Pferde freiwillig fressen, die roten Blutkörperchen massiv schädigen und eine Anämie auslösen.
Ein gesundheitsfördernde oder antiparasitische Wirkung von Knoblauch beim Pferd konnte bisher nicht bewiesen werden. Auch wenn viele Zusatzfuttermittel auf dem Markt sind, die Knoblauch in niedrigen Mengen beinhalten und verschiedene Wirkungen versprechen, raten wir von der Verfütterung von Knoblauch ab.
10. „Viele Krankheiten können mit Kräutern statt mit teuren Medikamenten behandelt werden“
Kräuter werden in zunehmendem Maße in Zusatzfuttermitteln für Pferde eingesetzt. Beworben werden sie mit diversen gesundheitsfördernden Wirkungen, die aus der Human- und Volksmedizin bekannt sind. Über viele der auf dem Markt befindlichen Kräutermischungen gibt es allerdings keine wissenschaftlichen Studien über ihre genaue Wirkung am Pferd. In Kombinationspräparaten ist die Dosis jedes einzelnen Krautes oft zu gering, um überhaupt eine Wirkung haben zu können. PferdebesitzerInnen, die sich für Phytotherapie interessieren, wenden sich am besten an eine Tierärztin/einen Tierarzt, die/der sich darauf spezialisiert hat.

Dr. Stefanie Handl ist Fachtierärztin für Ernährung und Diätetik, Diplomate ECVCN und hat jahrelang Erfahrung in der Ernährungsberatung im Rahmen ihrer Tätigkeit an der Vetmeduni Wien.

Möhrenfütterung:

1. Karotten enthalten viel Zucker

Am höchsten ist der Zuckeranteil mit bis zu sechs Prozent in jungen Rüben. Ihr süßer Geschmack macht sie einerseits bei Pferden sehr beliebt, auf der anderen Seite birgt das knackige Gemüse dadurch aber auch ein nicht zu unterschätzendes Risikopotenzial. Vor allem bei Tieren mit bestehenden Probleme n können schon wenige Möhren zu einer endgültigen Entgleisung des Stoffwechsels führen. EMS-, Cushing- und Hufrehepatienten verwöhnen Sie deshalb lieber anders.

2. Gesundheitlich wertvoll sind vor allem die enthaltenen Carotinoide.

Sie verleihen der Karotte ihre Farbe und werden im Pferdekörper in Vitamin A umgewandelt. Außerhalb der Weidezeit ist Carotin Mangelware – ein Grund, warum das Wurzelgemüse insbesondere über die Wintermonate hinweg gerne als Ergänzung zum normalen Krippenfutter verabreicht wird. In maßvoller Dosen – etwa zwei bis drei Stück pro Trag – verabreicht, sind Karotten und Futtermöhren für Pferde durchaus ein geeigneter Vitaminträger und gesundes Zufutter.

3. Karotten zählen zu der Gruppe der mittelstark mit Nitrat belasteten Gemüsepflanzen.
Auch Pflanzenschutzmittel und andere chemische Stoffe können bei empfindlichen Pferden zu Problemen führen. Wer auf Nummer sicher gehen will, gönnt seinem Vierbeiner Möhren aus biologischen Anbau, die weniger chemisch belastet sind.

4. Rohe Karotten wirken beim Pferd leicht abführend.
Bei kolikempfindlichen Pferde und Pferden mit Durchfall oder Kotwasser sollte das Wurzelgemüse deshalb besser nicht im Futtertrog landen.

5. Der Grünansatz der Möhrenköpfe enthält einen nicht zu unterschätzenden Anteil an Blausäure.

Werden die Rüben in größeren Mengen gefüttert, sollten die Köpfe unbedingt entfernt werden.

6. Karotten fördern das Wachstum von Darmparasiten.

Da bei reichlicher Karottenfütterung irgendwann Würmer ausgeschieden werden, hält sich hartnäckig das Gerücht, man könnte mit den Rüben entwurmen – genau das Gegenteil ist der Fall.

7. Nichts verdirbt so schnell wie gewaschene Karotten.
In großen Säcken geliefert werden die Rüben häufig schneller schlecht, als man sie verfüttern kann. Braune und matschige Flecken weisen auf Schimmelbefall hin. Karotten mit Anzeichen von Verderbnis gehören entsorgt. Wer sie trotzdem verfüttert, riskiert Kolikerkrankungen und Hufrehe.

8. Im Kraftfutter sollten Karotten im Ganzen verabreicht werden.
Karottenstücke werden häufig beim gierigen Kraftfutterfressen unzerkaut geschluckt und können dann Schlundverstopfungen verursachen. Im ganzen Stück verfüttern, kann diesem Problem vorgebeugt werden. Dr. Christina Fritz

Gebisslose Zäumungen:

Sidepull:
Das Sidepull hat die Form eines Halfters, nur mit verstärktem Nasenriemen, der aus gewachstem Lassoseil besteht und als loser Ring um das Pferdemaul liegt. Rechts und links am Nasenriemen sind Ringe angebracht, an die die Zügel gehakt werden. Das Sidepull wirkt nur auf die Nase und hat seinen Ursprung in der Westernreiterei, in der mit seiner Hilfe junge Pferde eingeritten werden. Das Sidepull wird hier mit einem deutlich seitlichen Zug – daher der Name – eingesetzt, der es dem jungen Pferd erleichtern soll, die seitwärts treibenden Hilfen zu erlernen. Daher wird das Sidepull niemals allein, sondern immer mit Schenkel-, Gewichts- oder Zügelhilfe des gegenüber liegenden Zügels angewandt, der dazu lediglich am Hals angelegt wird. Da das Lassoseil rau ist, ist es für die Dressurreitweise, die eine ständige Anlehnung des Pferdes vorschreibt, nicht geeignet und hat auch in den Händen eines Reitanfängers nichts verloren.

Lindel:
Das Lindel hat dieselbe Form wie das Sidepull, nur dass der Nasenriemen aus Leder ist und relativ eng um das Pferdemaul verschnallt wird. Da diese Form des Zaumzeugs sehr weich für das Pferd ist, ist es auch für Reitanfänger sehr gut geeignet. Im Dressursport stößt man hier allerdings schnell an Grenzen, da die Hilfengebung zu undeutlich ist. Für Freizeitreiter und Ausritte ist diese Art der Zäumung allerdings gut geeignet, wobei beachtet werden muss, dass ein unruhiges Pferd im Gelände mitunter nur schwer mit einem Lindel kontrolliert werden kann.

Glücksrad:
Das Glücksrad, auch LG-Zaum genannt, ist die relativ junge Erfindung der deutschen Pferdeausbilderin Monika Lehmenkühler. An einem sechsspeichigen Rad sind Nasen-, Backen- und Kinnriemen sowie Zügel befestigt. Das Glücksrad dreht sich leicht bei Zügelzug und wirkt daher wie ein mildes mechanisches Hackamore. Es kann auch mit Anzügen und zwei Paar Zügeln geritten werden. Das Glücksrad ist ähnlich wie eine Trense zu handhaben. Mit Kinnriemen wirkt es mild, bei zweireihiger Kinnkette mittelscharf, bei einreihiger Kinnkette scharf. Allerdings wehren sich Pferde häufig gegen letztere Version. Bei einer nicht auf das Pferd abgestimmten Kinnkette ist die Zäumung weitgehend wirkungslos. Bei einem Test der Zeitschrift Cavallo hatten mehrere gute Reiter Probleme, ihre Pferde mit dieser Zäumung fein abgestimmt zu halten. Bei einem weiteren Test des Senders NDR stellten Springreiter, Dressurreiter und Freizeitreiter keinen Unterschied in der Handhabung zur normalen Trense fest.

Bosal
Die kalifornische (auch echte) Hackamore besteht aus zwei Teilen: dem Bosal und der Mecate. Ein Bosal wird aus Rinderrohhaut hergestellt und liegt auf dem Nasenrücken des Pferdes auf. Hieran wird unter dem Kinn die Mecate geknotet, welche aus einem geschlossenen Zügel mit einem Führseil besteht. Die Mecate wird grundsätzlich aus Pferdehaar oder aus Nylon hergestellt und ist in verschiedenen Größen und Stärken erhältlich. Die Signalgebung des Bosals erfolgt hauptsächlich auf dem Nasenrücken, unter dem Kinn sowie durch Anlegen der Mecate am Pferdehals. Je nach Ausbildungsstand und Eignung kommen unterschiedlich dicke Bosals und Mecates zum Einsatz mit dem Ziel, die Hilfegebung immer weiter zu verfeinern.

Kappzaum;
Der Kappzaum wird meist zum Longieren und der Bodenarbeit verwendet. Er ist ein gebissloses Halfter, das in erster Linie beim Training mit jungen Pferden und bei der Handarbeit benutzt wird, um sie nicht im Maul abzustumpfen. In Südwesteuropa werden die dortigen Varianten des Kappzaumes (Serreta, Caveçon) häufig zum Einreiten und oft auch danach zum Reiten benutzt.
Longe oder Führstrick werden grundsätzlich im mittleren der drei Kappzaumringe befestigt, welche sich auf dem Nasenstück befinden. Dadurch wird Druck auf das Nasenbein ausgeübt, wenn sie aufgenommen werden. Hilfszügel bzw. Reitzügel werden in den beiden seitlichen Ringen eingehakt. Im Verlauf der Ausbildung kann der Kappzaum mit einem Gebiss mit separaten Zügeln kombiniert werden, um das junge Pferd langsam an die Verwendung des Gebisses heranzuführen.

Mechanische Hackermore
Die mechanische Hackamore ist eine gebisslose Zäumung mit Anzügen, die von manchen Freizeitreitern genutzt wird. Schon bei leichtem Zügelzug wird harter Druck auf den empfindlichen Kinnnerv, das Nasenbein und das Genick ausgeübt. Die Anzüge werden unter dem Pferdekinn mit einer Querstange im korrekten Abstand gehalten. Deshalb darf sie nur einhändig geführt werden, sonst verkantet sie sich. Es gibt mechanische Hackamoren mit gebogenen und geraden, langen und kurzen Anzügen, Kinnriemen mit umwickelter Fahrradkette und weitere Verschiedenheiten. Lange und gerade Anzüge wirken am schärfsten. Am weichsten wirkt die englische Hackamore, bei der an seitlichen Metallkreuzen mit kurzen gebogenen Anzügen Nasen-, Backen-, Kinnriemen und Zügel befestigt sind.
Die mechanische Hackamore erlaubt keinerlei richtungsweisende Signalgebung und ist deshalb nur sehr erfahrenen Reitern vorbehalten. Erfunden wurde sie beim Rodeo, um komplett verrittene und im Maul empfindungslos gewordene Pferde kontrollieren zu können. Die erheblichen Hebelkräfte und das mit unsachgemäßer Handhabung oder bei Unfällen potenzierte Verletzungsrisiko für das Pferd widerlegen die Annahme, gebissloses Reiten sei per se pferdeschonend.

Bitles Bridle
Robert Cook vertreibt das Bitless Bridle, das auf den Nasenrücken, die Ganaschen und das Genick wirkt. Der Zügeldruck wird so auf eine größere Fläche verteilt, als bei der Trense, die nur im Maul wirkt. Darin sieht Cook einen Vorteil.[1] Das Genickstück entspricht dem üblichen Zaum und die Zügel werden überkreuzt an Stelle des Kehlriemens eingeschnallt. In Deutschland wird eine Ausführung hergestellt, bei dem der Zügel durchgehend hinter dem Genickstück des Reithalfters verläuft. Für den Fahrsport wurde ein spezielles Modell entwickelt. Langes Winterfell kann sich unter Umständen in den Zügelriemen verfangen, weil sie um den ganzen Kopf herumgeführt werden. Das Bitless Bridle ist für Reiter und Reiterinnen mit harter Hand ungeeignet, da es dann im Genick unangenehm drücken kann, und das Pferd nicht, wie bei einem Anbindehalfter, ausweichen kann.

Text von Michael Geitern – der Sperr-Riemen
Der SperrriemenImbiss mit Biss
Ich höre oft die landläufigen “Argumente” für die Benutzung des Sperrriemens (Kinnriemen) wie “Mein Pferd streckt sonst die Zunge raus” oder “Da…s Pferd sträubt sich sonst gegen die Trense” ] Die Fakten, die GEGEN den Einsatz des Sperrriemens sprechen, sind folgende, dazu kurz etwas zur Historie:
Der Erfinder des Englischen Kombinationshalfters hatte ursprünglich eine wirklich gute Idee. Die Schlaufe, die vorne am Nasenband angebracht ist, wurde komplett anderes verwandt als heute. Es wurde der Riemen jeweils links und rechts durch das Gebiss, und zwar von innen nach außen, verschnallt. So konnte der Zug auf das Gebiss beschränkt werden und der Druck auf den Nasenrücken weiter gegeben werden.
Zudem fand der Sperrriemen Verwendung, die aus den Bedürfnissen des Militärs heraus entwickelt und angepasst wurden. Um bei Stürzen zu verhindern, dass sich die Pferde, durch weit geöffnete Mäuler, den Unterkiefer brachen, wurde ihnen der Unterkiefer mittels Sperrriemen zugeschnürt. Dadurch verringerten sich die Kieferbrüche der damaligen Pferde um 80%.
Wahrscheinlich seit den späten 70igern kommt dem Sperrriemen nun eine sehr unglückliche, zweckentfremdete Aufgabe zu, nämlich dem Pferd das Leben schwer zu machen.
Was der Sperrriemen aber sehr deutlich einschränkt und zum Teil auch stark behindert, ist das Abschlucken des Speichels. Wenn nämlich sein Maul zugeschnürt wird, kann das Pferd nicht mehr durch das leichte Öffnen des Mauls den Druck des Trensengebisses auf den Gaumen abmildern. An der Stelle, an der das Trensengebiss gegen den Gaumen drückt, sitzen aber Nervenrezeptoren, die den Schluckreflex unterbinden und den Deckel des Kehlkopfes blockieren. Dadurch entsteht das Einspeicheln des Pferdes, was also in erster Linie ein Zeichen dafür ist, dass das Pferd seinen Speichel nicht abschluckt, aber noch lange kein Hinweis darauf, dass das Pferd korrekt “durch das Genick” geht.
Das kann jeder an sich selbst ausprobieren: Wenn man mit einem Löffel an den Gaumen drückt, dann kann man seinen Speichel nicht mehr abschlucken und es entsteht zudem ein Würgereiz.
Neben vielen anderen Funktionen bildet der Speichel einen natürlichen Schutz der Magenschleimhäute des Pferdes. Wir wissen heute, dass etwa die Hälfte aller Pferde im Freizeitsport und sogar 80% der Pferde im Leistungs- und Hochleistungssport unter Magenproblemen leiden. Denn der Speichel erfüllt neben dem rein mechanischen Abtransport des bereits im Maul zerkauten Nahrungsbreis aus der Maulhöhle in den Magen noch eine Reihe weiterer ganz wichtiger Funktionen. Im Speichel befinden sich wichtige Mineralien, vor allem Natriumbikarbonat, das als chemischer “Puffer” eine Übersäuerung des Magens verhindert. Fehlt nun dieser Speichel als Säurepuffer, kommt es schnell zu einer Übersäuerung des Magens. Ist die Magenschleimhaut zum Beispiel durch Stress an manchen Stellen dünner als normalerweise, führt eine Übersäuerung des Mageninhaltes an diesen Stellen zu einem Magengeschwür, da die Magensäure – übrigens fast reine Salzsäure – an diesen Stellen die “Schutzhülle” der Magenwände einfach wegfrisst. Dieses Problem ist NICHT zu unterschätzen, da eine Erkrankung des Magens das Pferd sehr unrittig machen kann, weil es durch Anspannung der Muskulatur immer wieder versucht, den schmerzenden Magen ruhig zu stellen, damit die Magensäure nicht so viel herumschwappt. [...]
Der nächste Punkt gegen den Einsatz des Sperrriemens ist die eingeschränkte Freiheit des Kiefergelenks. Man hat festgestellt, dass, wenn das Kiefergelenk nicht richtig arbeitet bzw. festgeklemmt oder festgehalten wird, die Muskulatur des Kiefers Bewegungsstöße des Körpers, z.B. beim Laufen, nicht mehr abfedern kann. Wenn wir also einen Dauerlauf mit zusammengebissenen Zähnen laufen würden, dann würden wir uns derart die Wirbel der Wirbelsäule prellen, dass wir am Abend nicht mehr wüssten, wie wir uns überhaupt bewegen sollen. Die Pferde müssen das tagaus, tagein erleiden, und die Praxis des Sperrriemens kann Gelenkschäden bis hinunter zu den Fesselgelenken zur Folge haben. Man sagt daher: Das Kiefergelenk ist der erste Halswirbel. [...] Neben der Sicherstellung der Funktionsfähigkeit der Wirbelsäule ist die Kieferfreiheit zudem ganz wichtig für die Speichelproduktion, die vor allem durch die Ohrspeicheldrüse gesteuert wird.
Ein festgezogener Sperrriemen verhindert die Kieferfreiheit und das Pferd kann nicht mehr kauen.
Das ist aber eine Grundvoraussetzung, um Speichel zu produzieren und abfließen zu lassen.
Dem Pferd steht keine ausreichende Menge an Speichel zur Verfügung und der vorhandene Speichel kann nicht abgeschluckt werden. Und das gerade in der stressigsten Zeit, im Training.
Da brauchen die Pferde ihren Speichel nämlich am nötigsten.
Zudem verläuft genau an dem Punkt, wo der Sperrriemen sitzt, die Austrittsstelle (For. Mentale) eines empfindlichen Nervs, dem Nervus mentales, der für die Haut, Muskulatur, Schleimhaut der Unterlippe, sowie für das Kinn zuständig ist.
Um es auf den Punkt zu bringen, formuliere ich das Problem des Sperrriemens folgendermaßen: Ich würde mir wünschen, dass die verschwendete Energie, die die Pferde aufbringen (müssen), um sich gegen den Sperrriemen zu wehren, als freie zusätzliche Energie für das zur Verfügung steht, was die Pferde leisten können. Wenn man die für den Kampf gegen den Sperrriemen eingesetzte Konzentration im Training zusätzlich zur Verfügung hätte, um sie für das Lernverhalten des Pferdes einzusetzen, dann wäre jeder, der von dieser Energie und Konzentration Gebrauch macht, gleich um Klassen besser, als derjenige Standard, den man sich mühsam gegen den Sperrriemen erkämpft hat.
Text: Michael Geitner

Geschrieben von admin am 16. Februar 2015 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

Kontakt

Mein Name ist Chantal Walther. Ich bin 1966 geboren. Lebe in einer glücklichen Beziehung. Wohne und arbeite seit 2010 in Todtmoos Au, mitten  im Naturpark Südschwarzwald. Seit 22 Jahren arbeite ich mit meinen eigenen Pferden.

E-Mail: pferdetrekking@hotmail.de
WhatsApp: 0049 174 51 55 098

www.schwarzwald-wanderreiten.de

Wir sind telefonisch schwer zu erreichen – bitte nehmen Sie per Mail Kontakt mit uns auf. Gerne rufe ich Sie zurück. Die Angaben Ihre Adresse und Telefonnummer erleichtern mir die Arbeit enorm – Dankeschön.

Unser Anrufbeantworter führt ein Eigenleben – ich versuche ihn zu “umgehen”. Angaben zum Wunschritt (Daten sind auf der Seite Termine zu finden weitere Termine auf Anfrage) Ihre bis heute im Sattel verbrachten Stunden, Größe und Gewicht.

Sie reisen einen Tag früher an oder wollen im Anschluss an die Trekkingtour noch ein paar Tage in Todtmoos verweilen. Ich empfehle Ihnen:
Landgasthaus Sternen
Bes. Monika Schnabel
Tel. 07674/90520
Fax 076741 905240
www.sternen-todtmoos.de

Mein Ziel ist es:
Mit Ruhe und Geduld, das Hobby auszuüben, welches Sie und mich fasziniert – entspanntes Reiten in der Natur.

Bei uns lernen Sie weniger die Technik für den Reitsport, sondern die Verständigungsmöglichkeit zu einem Kameraden.

Werden Sie ein guter Reiter, der sich der Verantwortung dem Partner Pferd gegenüber bewusst ist.


“Das Wissen um die wahre Natur der Pferde ist die erste Grundlage der Reitkunst und jeder Reiter muss daraus sein Hauptfach machen.” 
Francois Robichon de la Gueriniere

(aller guten Dinge sind drei – ich habe dieses Zitat 3 mal auf die Webseite geschrieben – ich finde dies ist der wichtigste/richtigste Satz im Umgang mit Pferde)

schwarzwald-wanderreiten bietet seit Mai 2010 geführte Tages- und Mehrtagestouren ab Todtmoos Au an.


Als zertifiziertes Mitglied im „HorseSense-Network“, bieten wir seit 2014 pferdegestüztes Coaching zur Persönlichkeitsentwicklung an.

schwarzwald-wanderreiten
Bergstrasse 2 · D-79682 Todtmoos Au
Tel. 0049(0)7674-924942 Fax. 43

pferdetrekking@hotmail.de

Wir sind telefonisch schwer zu erreichen, senden Sie uns eine E-Mail mit Ihrer Adresse und Telefonnummer mit Angaben zu Ihrem Wunsch.
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2 Tagestour ab Todtmoos Au

Für mich signalisiert ein Lächeln Gelassenheit. Und Gelassenheit ist  “die anmutigste Form des Selbstbewußtseins” (Marie von Ebner-Eschenbach)


Der Umgang mit Pferden hilft uns dabei, unsere sozialen, kommunikativen und emotionalen Stärken
zu entdecken und weiter zu entwickeln.

Wissen baut Ängste ab

Seminare für Frauen  zur persönlichen und beruflichen Entwicklung:

Pferdegestützte Coachings nach Absprache


Voraussetzung für ein Coaching:

Der Wille zur Veränderung und der Wunsch zu mehr Eigenverantwortung.

Ziel eines Coaching ist:

Ein besseres Selbstmanagement zu erreichen.


Was hinter uns liegt und was vor uns liegt, sind Winzigkeiten im Vergleich zu dem, was in uns liegt.“ Oliver Wendell Holmes



Volksbank Rhein-Wehra eG
Chantal Walther
BLZ 684 900 00
Kontonr. 43435302

Für Überweisungen aus dem Ausland:

IBAN DE 266849000000
43435302

BIC: GENODE61BSK


Wanderreiten – Aktivsport für Körper und Geist


1/2 Tagestour 75,00 Euro

1 Tagestour 120.00 Euro

2 Tagestour 290,00 Euro

3 Tagestour 460,00 Euro

4 Tagestour 630,00 Euro

5 Tagestour 790,00 Euro


Bei Mehrtagesritten sind die Preise inkl. Übernachtung und Frühstück.


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Wir freuen uns auf ein gemeinsames Lernen.

 

Herbstanfang im Oberen Hotzenwald Naturpark Südschwarzwald


Grüss Gott in Todtmoos Au

Weitere Auskünfte zu Hotels und Ferienwohungen erhalten Sie unter:

www.todtmoos-au.de

www.todtmoos.de Telefon 07674  90 60 – 0

Sie erreichen uns am besten per E-Mail: pferdetrekking@hotmail.de

Todtmoos Au

Geschrieben von admin am 6. April 2013 | Abgelegt unter Allgemein | Kommentare deaktiviert

Unsere Angebote

www.schwarzwald-wanderreiten.de

Schenken Sie einen wundervollen Tag

Wenn wir etwas unterschätzen in unserem Leben – dann ist es die Wirkung der Freundlichkeit.
Marc Aurel

Auf unserer Webseite stehen Informationen Betreff Umgang mit den Pferden, Ablauf der Touren und empfohlene Kleidung. Wir bewegen uns zwischen 700 – 1300 Metern.

Ich empfehle Trekkingschuhe.

Was wir bieten:
4 Std. Theorie und Praxis für Einsteiger und Wiedereinsteiger       1 – 2 Personen Euro 250.- / 350.-

Tagestour für erfahrene Reiter Euro 120.-
2 Tagestour Euro 290.-
3 Tagestour Euro 460.-
4 Tagestour Euro 630.-
Sie wollen sich auf das Abenteuer Wanderreiten einlassen:
Senden Sie mir eine E-Mail mit Namen Adresse und Telefonnummer. 
Beschreibung Ihrer Reiterfahrung -  Angaben der im Sattel verbrachten Stunden,  Alter, Größe und Gewicht
Halbtages- Tages- oder Mehrtagestour? In welchem
Zeitraum?

auf entspannte Trekkingtouren durch den naturbelassenen, wildromantischen
Südschwarzwald. (pferdetrekking@hotmail.de)

Es gibt keine grössere Bedrohung für die Kritiker,
Zyniker und Angstmacher als jene unter uns, die riskieren zu fallen,
weil wir gelernt haben wieder aufzustehen.
Mit aufgeschüften Knien und verwundtem Herzen
entscheiden wir uns, die Verantwortung für unsere Geschichten des Kämpfens zu übernehmen, statt uns zu verstecken,
in blinden Aktionismus zu fallen oder uns etwas vorzumachen.
Wenn wir unsere Geschichten verleugnen, definieren sie uns.
Wenn wir vor den inneren Kämpfen weglaufen, sind wir nie frei.
Daher wenden wir uns der Wahrheit zu und schauen ihr ins Auge.
Wir wollen nicht die Figuren in unseren Geschichten sein.
Nicht die Bösewichte, nicht die Opfer, nicht einmal die Helden.
Wir sind die Autoren unseres Lebens.
Wir schreiben unser eigenes, wagemutiges Ende.
Wir werden aus dem gebrochenen Herzen Liebe schmieden,
aus Scham Mitgefühl, aus Enttäuschung Gnade und Mut aus Versagen.

Uns zu zeigen ist unsere Macht.

Geschichten sind unser Weg nach Hause.

Die Wahrheit ist unser Lied. Wir sind die Mutigen mit dem gebrochenen Herzen. Wir entwickeln uns zu innerer Stärke und stehen unerschrocken wieder auf.

www.schwarzwald-wanderreiten.de

Aus der Zeitschrift happinez

Linde Todtmoos Weg (Filmli)
Lupinien Feldberg (Filmli)
satteltaschen mit kühen (Filmli)Nebelreiter(Filmli)

5 Tagestour
03. – 07. Oktober 2016
Wanderreiten für fröhliche, unkomplizierte, sattelfeste Persönlichkeiten ab 16 Jahren

www.schwarzwald-wanderreiten.de

Treffen um 09.00
Rückkehr um 18.00

Preis inkl. 4 Uebernachtungen mit Frühstück
Euro 800.-

Wasserplantschen(Filmli)

Unsere Pferde sind gut gerittene Pferde, die vom Reiter auch “geritten” werden wollen. Das bedeutet, dass Sie als Reiter in allen Gangarten sattelfest sind.

Todtmoos Au(Filmli)

Gipfelstürmer(Filmli)

www.schwarzwald-wanderreiten.de(Filmli)

Gesunder Wohlstand oder die Abkehr vom Wachstumsglauben

Sadko G. Solinski, ein geschätzter “horseman der alten Schule” hat es 1999 in einem Vorwort zum Buch “Alpines Trekking mit Pferden und Maultieren” treffend formuliert:

“Die Krone des Wanderreitens ist das Durchstreifen einer fremden Welt. Und so gesehen bietet es auch in unserer verwalteten Zeit noch echte Abenteuer, die nicht passiv erlebt, sondern aktiv bestanden werden wollen. Reitferien, Abenteuer Wanderreiten Todtmoos Au Sie müssen wieder improvisieren können, sich auf ihren Instinkt verlassen, Geistesgegenwart und Umsicht beweisen, Humor und Verantwortungsgefühl zeigen, allerlei praktische Fertigkeiten besitzen, über Takt verfügen – und nicht zuletzt – über eine gehörige Portion Pferdeverstand. Es hat sich bereits tausendfach erwiesen, dass keine Sparte der Reiterei aus Menschen so gründlich Pferdemenschen macht, wie das Wanderreiten über weite Distanzen, das Zusammenleben von Pferd und Reiter während Tagen und Wochen, in denen sie aufeinander angewiesen sind.”

schwarzwald-wanderreiten

Betriebsausflug einmal anders – Pferdetrekking Todtmoos AuBetriebsausflug

Wanderreiten, einer besonderen Idee für Ihren Betriebsausflug.

Eine Trekkingtour ab Todtmoos Au heißt gemeinsam ein Ziel erreichen. Ob hoch zu Ross oder zu Fuß – bei uns ist Teamarbeit gefragt. Entdecken Sie und Ihre Mitarbeiter mit uns den Naturpark Südschwarzwald.

Da selten alle Mitarbeiter erfahren Reiter sind stellen wir gerne ein Pferd für 2 Personen. Sollten alle Teilnehmer sattelfest sein bekommt natürlich jeder sein eigenes Pferd. Sicherheit steht bei uns an oberster Stelle.

Wir empfehlen das Tragen eines Reithelms – für Jugendliche ist das Tragen eines Helmes obligatorisch. Als Erwachsener entscheiden Sie selbst, was Sie zum Schutze tragen wollen.
Urlaub Todtmoos Au Reiturlaub

Gerne organisieren wir für Sie und Ihr Team einen spannenden Tag durch den Oberen Hotzenwald. Auf Wunsch mit einem abschließenden Firmenabendessen.
Ein Erlebnis zur Förderung von: Kooperation, Kommunikation, Teamarbeit, Spaß und Abenteuer
Dauer: ca. 4 – 8 Stunden
Wir freuen uns auf Ihre Anfrage.
www.schwarzwald-wanderreiten.de

Bergstrasse 2
79682 Todtmoos Au
Telefon: 0049 7674 92 49 42
pferdetrekking@hotmail.de

Whatsapp 0049 174 51 55 098





Herzlich willkommen zum Abenteuer Wanderreiten/Pferdecoaching im Naturpark Südschwarzwald

Was erwartet Sie in der Wanderreitstation Todtmoos Au?
Langsamkeit – Entschleunigung

Was erwartet Sie bei einem pferdegestützten Coaching?
Das Hauptanliegen besteht darin, durch Feedback, Training und Beratung in die Lage  versetzt zu werden,  sich selbst organisieren zu können.
Mit anderen Worten, das erlernen von kleinen Schritten in Richtung der autonomen Zielsetzung.
Mit Hinblick auf die Umsetzung der selbst gesetzten Ziele.
Das erlernen von selbstständiger Planung und Organisation bis hin zur Selbstkontrolle.
Selbstregulation braucht es, wenn wir ein Ziel erreichen wollen und auf diesem Weg Hindernisse auftreten.
1. Das Erkennen unserer eignen Fallen.
2. Lernen  unsere Aufmerksamkeit auf unser Verhalten zu richten.
3. lernen den gewohnten Verhaltensfluss zu unterbrechen.
Selbst für pferdeerfahrene Menschen ist es eine Herausforderung, da es nicht um “Pferdekompetenz” geht, sondern um die eigene, persönliche Herangehensweise.
  • Klarer und durchsetzungsfähiger kommunizieren
  • Potential erkennen und zielgerichtet einsetzen
  • Authentisch und souverän agieren
Voraussetzungen: Erfahrung mit Pferden ist nicht nötig. Wir empfehlen  Freizeitkleidung, feste Schuhe  und Outdoor-Bekleidung.
Pferdegestütztes Coaching für Frauen ab 25 Jahren:
     

Gruppentraining: mind. 3, max. 6 Teilnehmerinnen
Zielgruppe: Frauen, ab 25 Jahre
Gebühr: 490,-€, brutto, je Person (inkl. Mittagessen, Seminargetränke)
Zeit: Samstag von 09.00 –  18.00 Uhr,  Sonntag von 09.00 – 16.00

Die endgültige Platzreservierung erfolgt  durch die Überweisung.

Wanderreiten  bietet die Möglichkeit, das was wir tun, auch zu erleben.


Zeit gehört zu unseren wichtigsten Ressourcen.
Sich Zeit nehmen, schenkt uns Lebensqualität.
Wir entscheiden – es liegt an uns – was wir mit unserer Zeit anfangen.

Selbstdenken ist der höchste Mut. Wer wagt, selbst zu denken, der wird auch selbst handeln. (Marie von Ebner-Eschenbach)


Naturstark
Mit offenen Augen, in Ruhe und Besinnung reiten wir durch den artenreichen Hotzenwald. Unzählige Wanderwege führen uns zu spektakulären Naturschönheiten  im Oberen Hotzenwald.
Wanderreiten bietet dem Naturfreund eine Palette an Eindrücken -  ideale Voraussetzungen für entspannte Momente

Wanderreiten für Erwachsene


Anforderungen für Mehrtagestouren:
Eine Top-Kondition ist kein Muss. Sportlichkeit ist  von Vorteil. Bergauf wird geritten, bergab streckenweise gelaufen.
Tagestouren ab Todtmoos Au:
Die  Fernsicht von Ibach, Engelschwand, oder Strittmatt, reicht  bis zum Fuß der Alpenkette. An besonders klaren Tagen erkennen wir den weiß glänzenden Eiger, den Mönch, die Jungfrau und die sieben Churfirsten. Sogar der Montblanc lässt sich von Zeit zu Zeit blicken.
Auf grossen Tagestouren, für erfahrene Reiter, erreiten wir das Murgtal. Es gilt als eines der schönsten Schluchttäler des südlichen Schwarzwaldes. Reiten wir in die entgegen gesetzte Richtung erklimmen wir das Herzogerhorn.


Betriebsausflug einmal anders – Pferdetrekking ab Todtmoos Au


Wanderreiten, einer besonderen Idee für Ihren Betriebsausflug.
Eine Trekkingtour ab Todtmoos Au heißt gemeinsam ein Ziel erreichen. Ob hoch zu Ross oder zu Fuß – bei uns ist Teamarbeit gefragt. Entdecken Sie und Ihre Mitarbeiter mit uns den Naturpark Südschwarzwald.
Gerne organisieren wir für Sie und Ihr Team einen spannenden Tag durch den Oberen Hotzenwald. Auf Wunsch mit einem abschließenden Firmenabendessen.
Ein Erlebnis zur Förderung von: Kooperation, Kommunikation, Teamarbeit, Spaß und Abenteuer
Dauer: ca. 6 – 8 Stunden
Wir freuen uns auf Ihre Anfrage.
www.schwarzwald-wanderreiten.de

Sicherheit hat bei uns oberste Priorität.

Freiheit ist immer auch Freiheit des Andersdenkenden.  (Rosa Luxemburg)

Zur Kleidung

Robuste Outdoorbekleidung, sichere, halbhohe, griffige Outdoorschuhe haben sich bewährt.  Wir bewegen uns auf Höhen von über 1000 m, auch im Sommer kann es am Abend kühl werden. Ein flatterarmer Regenschutz, ein warmer Pullover und Handschuhe, gehören  ins Gepäck.
Die Zukunft gehört denjenigen, die an die Schönheit ihrer Träume glauben. Eleanor Roosevelt (1884 – 1962)
Zur Kondition für eine Tagestour:
Es genügt eine durchschnittliche Fitness.
Wetter
Es gibt wenig Einschränkungen, um nicht in den Sattel zu steigen. Dazu gehören: Gewitter, Sturm, starker Regen und Eis.
“Schiebe alle Theorien beiseite, samt aller Glaubenssätze und halte dich an simple Tatsachen.” J.T. Kent
Erlebnispädagogik mit Pferden
Sich auf Neues einlassen – die eigene Autonomie fördern

Geschrieben von admin am 15. März 2012 | Abgelegt unter Allgemein | Kommentare deaktiviert

Zitate

“Im Leben ist nur Eines wirklich wichtig – was es ist, muss jeder für sich selbst herausfinden”.

“Das Wissen um die wahre Natur der Pferde ist die erste Grundlage der Reitkunst und jeder Reiter muss daraus sein Hauptfach machen.” 
Francois Robichon de la Gueriniere

Alles, was sich nicht zur Publizität eignet, ist unrecht.
Immanuel Kant (1724-1804), dt. Philosoph

 


Ehrlichkeit verschafft dir nicht viele Freunde, dafür aber die Richtigen.
Spanisches Sprichwort

Geschrieben von admin am 5. März 2012 | Abgelegt unter Allgemein | Kommentare deaktiviert

Lust auf Schwarzwald

Raus aus dem Alltag, rein ins praktische Erfahren.



 


Zwei- und Mehrtagestouren von April  -  Oktober



Warum nicht einen Geschäftsausflug auf dem Pferderücken verbringen?




Gerne organisieren wir Ihren Geschäftsausflug inkl. Mittagessen.

weitere Termine auf Anfrage

Geschrieben von admin am 11. Februar 2011 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

Entschleunigen in Todtmoos Au

“Wahrer Reichtum besteht nicht im Besitz, sondern im Genießen.”
Ralph Waldo Emerson (US-amerikanischer Philosoph, 1803 – 1882)

Unser Jahrtausende alter Rhythmus verlangt nach Entschleunigung. Aus dem Alltag ausklinken – zum Wesentlichen kommen. Was ist eigentlich Realität?

Im Umgang mit Pferden können wir unser persönliches Handeln besser erkennen. Sie spiegeln unseren Selbstwert. Je stärker unser Selbstwert, um so leichter finden wir den Mut zur Veränderung. Die heutige Zeit erzieht uns zu Konformität, Leistung und Konsumverhalten. Ein positiv geprägter Selbstwert ermöglicht uns den Weg zur Veränderung. Selbstachtung stärkt unseren Mut, kreativ zu bleiben. Wir können neue Situationen annehmen, Überholtes ablegen, Altes sinnvolles erhalten.

 

Die Weisheit der Dakota Indianer sagt:

“Wenn du entdeckst, dass du auf einem toten Pferd reitest, steig ab.”

Deutsche Manager haben sich dieser Weisheit angenommen und Strategien entwickelt:

Sie besorgen zuerst eine stärkere Peitsche.

Sie wechseln den Reiter aus – schließlich haben wir das Pferd immer so geritten.

Sie gründen einen Arbeitskreis, um das Pferd zu analysieren.

Sie besuchen andere Orte, um zu sehen wie dort tote Pferde geritten werden.

Sie erhöhen den Qualitätsstandart für den Beritt von toten Pferden.

Sie bilden eine Task Force, um das tote Pferd wiederzubeleben.

Sie verordnen dem Reiter zusätzliche Trainingseinheiten, um besser im Sattel zu sitzen.

Sie stellen Vergleiche unterschiedlich toter Pferde an.

Sie ändern die Kriterien, die besagen ob ein Pferd überhaupt tot ist.

Sie kaufen Leute von außerhalb, um das tote Pferd zu reiten.

Sie bringen das Pferd in ein anderes Land, um zu sehen ob es dort besser läuft.

Sehen ob es besser läuft

Sie schirren mehrere tote Pferde zusammen, um zu sehen, ob sie schneller werden.

Sie machen eine Studie, um zu sehen, ob es billigere Berater gibt, die einem sagen können, ob ein Pferd wirklich tot ist.

Sie erklären, dass ihr Pferd besser, schneller und billiger tot ist, und zahlten sich eine Erfolgsprämie aus.

Von den Dakota Indianern ist nicht bekannt, was sie von den obigen Strategien halten.

Beim Wanderreiten kommen wir zurück zu uns

Im Unterwegs sein an der frischen Luft entsteht eine Verbindung zwischen Bewusstsein und Unbewusstsein. Die Verspannungen werden weniger. Die Entdeckung von Selbst- und Fremdbild hat eine intensive Wirkung auf Seele und Verstand. Ist das Prinzip verstanden, kann eine stille Kraft entstehen, die uns den Alltag besser bewältigen lässt.

Wir müssen uns nicht hinter einengenden Rollen verstecken. Der Gewinn an Energie und Lebenslust, jenseits von vermeintlicher Sicherheit, ist enorm.

Eine gelassene, klare Wachheit kommt uns auch im Alltag zugute. Eine positive Energie bringt Lust auf Leben.

Dank dem ehrlichen, direkten Feedback des Pferdes, kommen wir zum intuitiven Bewusstsein. Wir können uns den Aufgaben stellen. Unseren Weg zum kongruenten Handeln finden.

Wer sicher und bewusst seinen Weg geht, überzeugt.

Meine Freude ist es: Ihnen und mir immer wieder die Augen zu öffnen, wahrhaft und ehrlich zu agieren.

Ich freue mich, gemeinsam mit Ihnen, einen Wanderritt durch den Naturpark Südschwarzwald zu unternehmen.

Durch das Zuviel-Arbeiten sündigt man am Leben und an der Arbeit selber. Paula Modersohn-Becker (1876 – 1907)

Geschrieben von admin am 10. Februar 2011 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

Willkommen in einer anderen Welt.

Mitten im Schwarzwald liegt unser Hof. Von hier geht es los. Wir bieten Ihnen alle Möglichkeiten des Wanderreitens. Von kinderleicht bis anspruchsvoll. Aber sehen Sie selbst.

Unser Zuhause

Weitere Informationen finden Sie auch hier.

Geschrieben von admin am 8. Februar 2011 | Abgelegt unter Allgemein | Kommentare deaktiviert